Debatte über „Letzte Generation“ Bundesumweltministerin Steffi Lemke kritisiert Flughafen-Blockade, aber...

Von Tobias Schmidt | 27.11.2022, 11:00 Uhr 15 Leserkommentare

Bundesumweltministerin Steffi Lemke (Grüne) hat Stellung zur Flughafen-Blockade in Berlin bezogen. Sie übt zwar Kritik, zeigt aber auch Verständnis für die Wut der Klimaschützer und hält den Vergleich der „Letzten Generation“ mit der RAF für „Quatsch“.

„Einen Flughafen zu blockieren, wie jetzt in Berlin geschehen, halte ich für falsch“, sagte Lemke im Gespräch mit unserer Redaktion. Die Beteiligten müssten sich fragen lassen, ob „über ihre gefährlichen Aktionen“ gesprochen werden solle oder über Klimaschutz. „Was ich allerdings sehr gut verstehen kann, ist der Frust vieler Menschen: Es stimmt ja, dass zu wenig gegen die Erderhitzung getan wird“, sagte die Grünen-Politikerin weiter.

Der jüngste Klimagipfel habe die Welt auf dem Weg zur Einhaltung des 1,5-Grad-Zieles „nur bedingt weitergebracht“, sagte die Ministerin, auch wenn die Ampel-Regierung „wirklich alles“ tue, um schneller von fossilen Energien wegzukommen und den Ausbau der Erneuerbaren voranzutreiben. 

Sie lehne „wirklich jede Protestaktion ab, die andere Menschen gefährdet“, betonte Lemke. Die Klimaschutzaktivisten „in eine Reihe mit der terroristischen und mordenden RAF zu stellen“, sei aber „ein vordergründiges parteitaktisches Manöver der CSU und völliger Quatsch“, so die Ministerin. „Ich denke, dass damit vor allem vom eigenen Versagen beim Klimaschutz abgelenkt werden soll.“

„Fracking steht nicht zur Diskussion“

Darüber hinaus lobte Lemke die Absage von Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) an den Koalitionspartner FDP, es werde mit der Ampel kein Fracking geben. Der Aufbau einer Fracking-Infrastruktur würde „Jahre dauern und uns in der aktuellen Energiekrise überhaupt nicht helfen“, sagte sie. „Dieser Schritt liefe vielmehr auf eine dauerhafte Investition in fossile Energien hinaus und würde Deutschlands Klimaziele unterlaufen.

Nicht nur für sie selbst, sondern „für den Bundeskanzler und fast die ganze Regierungsmannschaft“ stehe Fracking daher nicht zur Diskussion. Verantwortlich handeln bedeute, „keinen Schimären nachzujagen“, sagte Lemke weiter.

15 Kommentare
Norbert Schmidt 70938
Herr Sitterberg. Sie verlangen von den "Umweltverbesserern", sie hätten ihre "absoluten Einseitigkeit zur Religion erklärt"! Ich habe selten ein so unsinniges, faktenfreies Statement gelesen, wie sie es hier behaupten. KEIN einziges Atomkraftwerk auf dieser Welt wird von irgendeinem Versicherungskonzern versichert! Der Grund dafür ist die Tatsache, dass die Konzerne die Nuclear-PLants als HOCHGRAD...