Schulleiter oft überfordert Rektoren-Engpass in Grundschulen: keine reine Geldfrage

Meinung – Christian Lang, Christian Lang | 19.06.2016, 18:14 Uhr

1000 Grundschulen in Deutschland müssen ohne Schulleiter auskommen. Die Politik muss den Job attraktiver machen. Ein höheres Gehalt alleine wird dazu nicht ausreichen. Ein Kommentar.

Hohe Verantwortung, niedriges Gehalt: Es ist kein Wunder, dass zahlreiche Schulleiterposten hierzulande unbesetzt bleiben. Das Problem ist nicht neu, bereits seit Jahren beklagen sich die Rektoren über ihre Arbeitsbedingungen. Einige nehmen sogar das Wort „Ausbeutung“ in den Mund, wenn sie darüber sprechen. Trotz der Beschwerden hat sich bislang kaum etwas geändert. Die Politik handelt wenig vorausschauend, wenn sie den Beruf nicht aufwertet. Immerhin droht sich der Engpass in den kommenden Jahren eher noch zu verstärken. Das Durchschnittsalter eines Schulleiters liegt in Deutschland bei rund 50 Jahren. Mittelfristig werden sich daher hunderte von ihnen in den Ruhestand verabschieden.

Vor allem an den Grundschulen drückt der Schuh. Dort verdienen langjährige Rektoren oftmals nicht mehr als ein frischgebackener Gymnasiallehrer. Ein höheres Gehalt alleine wird aber nicht ausreichen, um den Job attraktiver zu gestalten. Etat- und Personalverwaltung, Lehrtätigkeit, Gespräche mit Eltern und weitere Baustellen: Die Fülle an Aufgaben überfordert viele Schulleiter. Wenn dann auch noch Sekretärinnen und Konrektoren fehlen, stehen sie mit ihren Verpflichtungen ziemlich alleine da. In diesem Bereich ist die Politik gefordert: Entweder müssen die Aufgaben für die Rektoren reduziert oder ihnen zumindest genügend Unterstützung zur Seite gestellt werden.