Verstöße gegen Menschenrechte Wirtschaftsminister Habeck verteidigt Gas-Gespräche mit Katar

Von Henning Baethge | 18.03.2022, 01:00 Uhr

Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) will am Wochenende nach Katar reisen, um über Gas-Lieferungen zu verhandeln. Menschenrechtler sehen das kritisch. Habeck verteidigt sich.

Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) hat seine am Wochenende geplanten Gespräche mit Katar über Lieferungen von verflüssigtem Erdgas, kurz LNG, verteidigt.  Es ist Teil der Realität, dass wir mit Ländern zusammenarbeiten müssen, deren Umgang mit Menschenrechten wir kritisch sehen“, sagte der Grünen-Politiker der „Neuen Osnabrücker Zeitung“.

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Bisher ist Deutschland nach den Worten von Habeck zu abhängig von russischem Erdgas: „Die Lehre aus der falschen Energiepolitik der letzten Jahrzehnte ist, dass wir uns breiter aufstellen müssen“, erklärte der Minister. Deutschland müsse „die Energieversorgung diversifizieren“ und dürfe sich „nicht in volle Abhängigkeit von einem einzigen Land begeben“.

Menschenrechtler üben Kritik

Dagegen hat die Gesellschaft für bedrohte Völker die Gespräche Habecks mit Katar kritisiert. Im Versuch, sich von einem „brutalen Diktator wie Putin“ zu lösen, werfe sich die Bundesregierung gleich dem nächsten Unrechtsregime an den Hals, erklärte die Organisation. Ihr Nahostexperte Kamal Sido sagte: „Die Menschenrechtsbilanz Katars ist katastrophal.“ Das Land finanziere gefährliche islamistische Gruppierungen. Zudem würden in Katar „Millionen von Gastarbeitern ausgebeutet und Frauen unter männlicher Vormundschaft stehen“. Es sei „schwer nachzuvollziehen, warum unser grüner Wirtschaftsminister das mit milliardenschweren Lieferverträgen belohnen will“.

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