Wirtschaftsminister mahnt zu Solidarität Robert Habeck kritisiert “Mondpreise” für Gas aus USA

Von Tobias Schmidt | 05.10.2022, 01:00 Uhr 16 Leserkommentare

Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck hat den USA und anderen befreundeten Gaslieferstaaten “überhöhte” Preise vorgeworfen, mit denen sie von den Folgen des Ukraine-Krieges profitierten.

„Einige Länder, auch befreundete, erzielen teils Mondpreise. Das bringt natürlich Probleme mit sich, über die wir sprechen müssen“, sagte Habeck im Interview mit unserer Redaktion. Er setze darauf, „dass die EU-Kommission darüber auch mit den befreundeten Staaten spricht”.

„Eine solche Solidarität wäre gut“

Besonders im Visier hat Habeck die USA: „Die USA haben sich an uns gewandt, als die Ölpreise hochgeschossen sind, daraufhin wurden auch in Europa die nationalen Ölreserven angezapft. Ich denke, eine solche Solidarität wäre auch zur Dämpfung der Gaspreise gut”, appellierte der Grünen-Politiker an Washington.

Druck machte Habeck auch auf Brüssel: Die EU „sollte ihre Marktmacht bündeln und ein kluges und synchronisiertes Einkaufsverhalten der EU-Staaten orchestrieren, damit sich einzelne EU-Länder nicht gegenseitig überbieten und die Weltmarktpreise hochtreiben”, so seine Forderung. Die europäische Marktmacht sei „gewaltig”, sie müsse nur genutzt werden.

Weiter zur Analyse: Habeck kritisiert „Mondpreise“ für Gas – hat er recht?

16 Kommentare
Volker Wenzel
Seit wann hat Länderpolitik mit Bundespolitik zu tun? Und nur zur Erinnerung: auch eine CDU geführte Regierung hat sich im Regelfall durch Aussitzen unbeliebt gemacht = nichts gebacken bekommen. Und dabei noch vorhandene Wirtschaftszweige durch Klientelpolitik kaputt gemacht (Photovoltaik, Windräder...) Von den vielen Verfehlungen, Unvermögen und persönlichen Bereicherungen, wie sie Reezo in sein...