Politik Lage am Frankfurter Flughafen entspannt sich

01.12.2010, 11:58 Uhr

Frankfurt/Main (dpa) - Nach dem Schneechaos der vergangenen Tage hat der Frankfurter Flughafen am Mittwochmittag einen weitgehend normalen Betrieb gemeldet. Rund 60 Flugausfälle seien noch Folge der Annullierungen des Vortags gewesen, sagte ein Sprecher des Betreibers Fraport.

Auch ein Sprecher der Lufthansa sagte in Frankfurt: «Mit dem Start des Tages lief es heute eigentlich rund.» Allerdings empfahl er Passagieren, sich weiter über ihren Flug im Internet zu informieren. Denn später am Tag könnten Schneefälle für neue Behinderungen sorgen.

Mehr als Eis und Schnee machte dem größten deutschen Flughafen am Mittwoch aber zunächst der Wind zu schaffen. Mit der Startbahn West wurde eine von drei Startbahnen mehrfach gesperrt. Dies habe aber nur zu kleinen Verspätungen geführt, sagte der Fraport-Sprecher.

Reibungslos verlief nach Angaben von Fraport und Lufthansa am Mittwoch die Enteisung der Flugzeuge. Allerdings war dies auch einfacher, weil anders als an den Vortagen kein Schnee auf den Maschinen lag. Die Lufthansa hatte am Dienstag Fraport kritisiert, weil die Enteisung länger dauerte als zugesagt. Die Folge waren hunderte Flugausfälle und stundenlange Verspätungen. Fraport nannte als Grund die ungewöhnliche Beschaffenheit des Schnees.

Auf den Straßen war es in der Nacht und am frühen Morgen relativ ruhig geblieben - es schien, als wollten die Menschen lieber im Warmen sein. Von Autounfällen wegen Glatteis konnten die Polizeibehörden deshalb nicht berichten. «Alles schläft», resümierten einige Polizeisprecher.

Hessen wird nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) aber auch am Mittwoch wieder von Frost und Schneefällen heimgesucht. Teilweise sanken in der Nacht die Temperaturen auf bis zu minus 15 Grad.

Schneebedeckt und kalt soll es auch im Süden bleiben. Für Bayern und Baden-Württemberg war wieder besonders kalte Luft vorausgesagt worden. In der Nacht war es frostig. Aber auch in Nordrhein-Westfalen wurde es klirrend kalt, teilte der DWD mit. Temperaturen von bis zu minus 15 Grad in der Nacht und weitere Schneefälle den ganzen Tag über, so lautete die Prognose.

An der Ostsee gab es in der Nacht keine Anzeichen für Hochwasser oder Sturmfluten wie in den Tagen zuvor. Das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) hatte am Dienstag Entwarnungen herausgegeben. «Zudem haben auch die starken Schneefälle wenig Einfluss auf den Wasserstand», sagte der Leiter des Wasserstandsdienstes beim BSH, Jürgen Holfort, am Mittwochmorgen. Am Tag würden aber wieder starke östliche Winde erwartet und diese könnten am Abend das Wasser an den Küsten wieder steigen lassen.