Politik Dauerbeschuss im Nahen Osten: Ausdruck des Irrsinns

Meinung – Constantin Binder | 11.07.2014, 21:07 Uhr

Trotz steigender Opferzahlen und internationaler Kritik will Israel die massiven Luftangriffe auf den Gazastreifen fortsetzen, auch militante Palästinenser schießen weiter Raketen auf Israel ab. Dazu ein Kommentar:

Natürlich muss Israel sich gegen Raketenangriffe aus dem Gazastreifen verteidigen. Doch ebenso hat die radikalislamische Hamas ein Anrecht darauf, sich gegen Vorverurteilungen für die Entführung und Ermordung der drei israelischen Jugendlichen zu wehren. Hierfür aber sind Raketen das falsche Mittel – so wie zuvor die Festnahme Hunderter Hamas-Mitglieder durch Israel vollkommen unverhältnismäßig war.

Die Folgen des wechselseitigen Hochschaukelns treffen auf beiden Seiten vor allem die Bevölkerung. Doch während die Israelis sich dank ihrer ausgeklügelten Frühwarn- und Abfangsysteme und Bunker bislang früh genug in Sicherheit bringen konnten, wurden in Gaza ganze Familien ausgelöscht.

Nicht immer, so scheint es, wurden die Bewohner des Gazastreifens vom Militär vor gezielten Bombardierungen gewarnt; umgekehrt setzt die Hamas Zivilisten als menschliche Schutzschilde ein. Beides ist Ausdruck des Irrsinns dieses Konflikts.

Dass US-Präsident Barack Obama und Ägypten vermitteln wollen, ist gut. Doch um das Blutvergießen zu beenden, müssten beide Konfliktparteien erst einmal lernen, verhältnismäßig zu agieren. Und das ist ihnen in den 67 Jahren, die der Konflikt andauert, so gut wie nie gelungen.