„Wenigstens Frau Lambrecht austauschen!“ Parteienforscher Falter rät Scholz zu schneller Kabinettsumbildung

Von Tobias Schmidt | 08.12.2022, 01:00 Uhr

Die Ampel ist ein Jahr im Amt und Verteidigungsministerin Christine Lambrecht seit Monaten in der Kritik. Sollte Olaf Scholz jetzt nicht sein Kabinett umbilden? Wir haben bei Parteienforscher Jürgen W. Falter nachgefragt.

„Dringend, ja, natürlich“, sagt der Doyen der Politikwissenschaftler im Gespräch mit unserer Redaktion. „Der Kanzler sollte wenigstens Verteidigungsministerin Christine Lambrecht austauschen und dabei auf Qualität statt auf Quote achten.“

Die Bundeswehr wird für die Nato gebraucht, muss der Ukraine mit Waffen gegen Russlands Angriffskrieg helfen. „Das Verteidigungsministerium muss deswegen mit jemandem besetzt werden, der ein wenig mehr von der Sache versteht und Sympathie und Verständnis für militärische Angelegenheiten hat, und nicht, weil Hessen Süd noch mit einer Frau vertreten sein muss“, machte Falter Druck auf Scholz. Wichtiger als Parität und Proporz seien Qualität und Fähigkeit.


Christine Lambrecht (SPD) steht seit längerem in der Kritik, etwa wegen Problemen bei der Munitionsbeschaffung. „Munition für einen Tag zur Vollverteidigung? Das ist doch der größte Skandal“, monierte Falter.

FDP-Frau Strack-Zimmermann oder SPD-Chef Klingbeil?

Mit Blick auf Scholz‘ Versprechen, die SPD-Kabinettsposten zur Hälfte mit Frauen zu besetzen, sagte Falter: „Olaf Scholz könnte auch ein anderes Ministerium mit einer Frau besetzen oder das Verteidigungsministerium an FDP-Verteidigungsexpertin Marie-Agnes Strack-Zimmermann geben, die sich eingearbeitet hat.“ Auch Lars Klingbeil wäre nach den Worten Falters „ein wesentlich stärkerer Verteidigungsminister als Frau Lambrecht“.

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