Krieg in der Ukraine Panzerexporte: Sahra Wagenknecht warnt vor „atomarem Inferno“ 

Von Uwe Westdörp | 27.04.2022, 01:00 Uhr 5 Leserkommentare

Deutsche Panzer für die Ukraine? Für Sahra Wagenknecht (Die Linke) ist das ein Irrweg. Sie warnt davor, in Europa ein atomares Inferno zu riskieren.

Die Ankündigung der Bundesregierung, der Industrie die Lieferung von „Gepard“-Flugabwehrpanzern an die Ukraine zu genehmigen, stößt in der Linksfraktion auf scharfe Kritik. Die Abgeordnete Sahra Wagenknecht sagte unserer Redaktion: „Es ist vollkommen verantwortungslos, dass die Bundesregierung Deutschland durch die Lieferung der ‚Gepard‘-Panzer immer mehr zur Kriegspartei macht und damit in akute Gefahr bringt.“

Wagenknecht betonte, es sei vollkommen richtig gewesen, dass Kanzler Olaf Scholz (SPD) vor wenigen Tagen noch mit Verweis auf seinen Amtseid betont habe, er müsse alles tun, um eine Eskalation und einen Weltkrieg zu verhindern. Umso katastrophaler sei es, dass diese Haltung jetzt zurückgenommen worden sei. Mit der Lieferung von immer mehr und tödlicheren Waffen werde der Krieg nicht beendet, sondern verlängert und die Zahl der Opfer erhöht.

„Waffen schaffen keinen Frieden“

„Dass die Atommacht Russland sich ohne eine halbwegs gesichtswahrende Lösung aus der Ukraine zurückziehen wird“, ist nach Einschätzung von Wagenknecht nicht zu erwarten. Sie warb für eine garantierte Neutralität der Ukraine verbunden mit einer Autonomie des Donbass. „Für Gespräche in dieser Richtung sollte die Bundesregierung sich gemeinsam mit anderen europäischen Regierungen mit aller Kraft einsetzen, statt im Schlepptau der USA immer mehr Öl ins Feuer zu gießen und ein atomares Inferno in Europa zu riskieren.“ Da Russland die zweitgrößte Atommacht dieser Welt sei, gelte auch heute und trotz des verbrecherischen Kriegs in der Ukraine: „Waffen schaffen keinen Frieden und Sicherheit in Europa gibt es nicht gegen Russland.“

Laut Bundesverteidigungsministerin Christine Lambrecht (SPD) erhält der Rüstungskonzern Krauss-Maffei Wegmann grünes Licht für den Verkauf von „Gepard“-Panzern aus früheren Bundeswehr-Beständen. Sie können auch im Kampf gegen Bodenziele eingesetzt werden. „Der Gepard ist genau das, was die Ukraine jetzt braucht, um den Luftraum zu sichern vom Boden aus“, so Lambrecht.

5 Kommentare
Wilma Ricker
Sahra Wagenknecht warnt vor „atomarem Inferno“ ??? Ich habe noch gut im Ohr, wie Frau Wagenknecht Anfang des Jahres bei Lanz jede Kriegsabsicht Putins vehement und nachdrücklich zurückwies. Es erinnerte an den "lupenreinen Demokraten". Und jetzt die Warnung vor einem atomarem Inferno? Aber da ist ja auch die Warnung davor "... im Schlepptau der USA immer mehr Öl ins Feuer zu gießen und ein at...