NSA-Untersuchungsausschuss BND-Mitarbeiter soll für die USA spioniert haben

Von dpa | 04.07.2014, 14:49 Uhr

Ein Mitarbeiter des Bundesnachrichtendienstes (BND) steht im Verdacht, möglicherweise den NSA-Untersuchungsausschuss des Bundestages im Auftrag eines US-Geheimdienstes ausspioniert zu haben.

NDR, WDR und „Süddeutsche Zeitung“ sowie „Spiegel Online“ hatten am Freitag als erstes über den Verdacht berichtet. Der BND war zunächst nicht für eine Stellungnahme erreichbar.

Die Bundesanwaltschaft hatte den 31-jährigen Deutschen am Mittwoch wegen des dringenden Verdachts der geheimdienstlichen Agententätigkeit festnehmen lassen, aber keine Details zu dem Fall mitgeteilt. Am Donnerstag hatte das Bundestags-Gremium zur Geheimdienstkontrolle dazu getagt. In der Sondersitzung waren auch die Obleute des NSA-Ausschusses anwesend gewesen.

Merkel informiert

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) ist am Donnerstag über den Spionageverdacht gegen einen 31-jährigen Bundesbürger informiert worden. Dies teilte Regierungssprecher Steffen Seibert am Freitag in Berlin mit. Seibert wollte sich nicht dazu äußern, ob der Fall auch bei einem Telefonat der Kanzlerin am Donnerstagabend mit US-Präsident Barack Obama eine Rolle spielte.