Meiler in Lingen geht vom Netz Lies nach Stresstest: Es bleibt beim Rückbau von Kernkraftwerk Emsland

Von Dirk Fisser | 06.09.2022, 13:40 Uhr 16 Leserkommentare

Nach dem Energie-Stresstest stellt Niedersachsens Energieminister Olaf Lies klar: Das Kernkraftwerk Emsland wird wie geplant zurückgebaut. Der Meiler in Lingen ist das jüngste AKW in Deutschland, wird aber trotzdem nicht in Reserve gehalten.

Niedersachsens Energieminister Olaf Lies (SPD) hat dazu aufgerufen, die Diskussion um die Versorgungssicherheit in Deutschland nicht allein auf Kernkraftwerke zu beschränken. Lies sagte der unserer Redaktion: „Der Stresstest hat gezeigt, dass wir beim Thema Netze besser werden müssen. Hier wurden Probleme offengelegt, die dringend angegangen werden müssen.” Für eine funktionierende Stromversorgung seien stabile Netze essentiell, so der Minister.

Das sagt Lies zum AKW Emsland

Dass das Kernkraftwerk im niedersächsischen Lingen unterdessen anders als zwei Meiler in Süddeutschland nicht in Reserve gehalten werden soll, bezeichnete Lies als „sehr nachvollziehbar.” Es sei sinnvoll, dort Kernkraftwerke vorzuhalten, wo die Verbrauchsschwerpunkte seien, Süddeutschland habe hier anders als Norddeutschland Defizite.

Der formell bereits eingeleitete Rückbau des Meilers im Emsland werde weiter vorangetrieben. „Das geht seinen Weg. Die Prüf- und Genehmigungsverfahren laufen”, sagte Lies. Der Rückbau fällt in die Zuständigkeit seines Ministeriums. Der Meiler in Lingen ist 1988 ans Netz gegangen. Er ist das jüngste in Deutschland noch verbliebene Kernkraftwerk. Mit dem Atomausstieg zum Jahreswechsel geht das Kernkraftwerk vom Netz. „Dabei bleibt es”, sagte Lies.

Zuvor hatte CDU-Bundesvorsitzender Friedrich Merz die Stilllegung des AKW im Emsland als „Roulette-Spiel“ bezeichnet. Im Interview mit unserer Redaktion sagte Merz: „Die Grünen in der Ampel in Berlin sind ganz offensichtlich von den Grünen in Niedersachsen unter Druck gesetzt worden, das Kernkraftwerk Emsland gegen alle Vernunft abzuschalten.”

16 Kommentare
Christoph Winter
Wir haben Wahlkampf in Niedersachsen und, dass Habeck die Chancen für seine niedersächsischen Kollegen erhöhen möchte ist doch mehr als offensichtlich. Sachliche Argumente spielen hier schon lange keine Rolle mehr. Ins gleiche Horn stößt die SPD und entsprechend hierzu hat sich Lies geäußert. Die Traumkonstellation für Niedersachsen sind nach Vorstellungen der SPD, mit den Grünen im Handgepäck zu ...