Neue Runde in der Schuldenkrise Hilfe für die Griechen - koste es, was es wolle

Meinung – Uwe Westdörp | 20.02.2017, 18:56 Uhr

In der griechischen Schuldenkrise rückt die Auszahlung weiterer Hilfskredite einen Schritt näher. Die Euro-Finanzminister verständigten sich darauf, dass die Kontrolleure der Geldgeber-Institutionen in der kommenden Woche nach Athen zurückkehren. Eine Überraschung ist das nicht.

Folgt auf den Brexit nun ein Grexit? Verlassen nach den Briten auch noch die Griechen die EU? Denkbar ist ein solches Szenario, da es Griechenland trotz milliardenschwerer Rettungspakete und jahrelanger Reformversuche wirtschaftlich nach wie vor schlecht geht.

Dennoch ist nicht zu erwarten, dass die Gläubiger dem Krisenstaat den Geldhahn zudrehen. Das hat weniger mit ökonomischen Fakten zu tun als mit der politischen Großwetterlage. Esgeht ums Ganze – nicht nur für Griechenland, sondern für die gesamte Europäische Union.

Die EU durchlebt eine tiefe Krise und ist aktuell maximalen Fliehkräften ausgesetzt. Gegner des Euros und der Union haben massenhaft Zulauf – etwa in Frankreich und den Niederlanden. Vor diesem Hintergrund wäre es fatal, wenn die Griechenlandkrise sich erneut zuspitzen würde. Das wäre ein zusätzlicher Schub für die Nationalisten in Europa.

Die Griechen können sich deshalb ziemlich sicher darauf verlassen, dass die Geldgeber eine Lösung für ihre Probleme finden werden. Es ist folglich auch keine Überraschung, dass die Kontrolleure der Geldgeber ihre Arbeit in Athen wieder aufnehmen. Damit zeichnet sich ab, dass schon bald wieder neue Milliardenkredite freigegeben werden. Die EU soll nicht noch weiter erodieren - koste es, was es wolle.