Nach Regionalwahlen Frankreich: Le Pen hat nur auf dem Papier verloren

Meinung – Alexander Klay | 13.12.2015, 22:30 Uhr

In Runde zwei der Regionalwahlen hat der rechtsextreme Front National um Marine Le Pen nun doch keinen wirklichen Sieg einfahren können – doch das stimmt nur auf dem Papier, meint unser Autor.

Nein, der rechtsextreme Front National um Marine Le Pen ist nicht Sieger der Regionalwahlen in Frankreich. Zumindest auf dem Papier. Nach dem Siegeszug im ersten Durchgang vor einer Woche haben die Franzosen beim zweiten Teil ein Signal gesetzt: So viel Macht wollen sie den Rechten doch nicht geben.

Dass sich die Lage geändert hat, mag am Rückzug aussichtsloser Kandidaten gelegen haben: Sozialisten und Konservative machten so in einigen Regionen gemeinsame Sache. Auch die höhere Wahlbeteiligung hat wohl dazu beigetragen: Viele gingen zur Wahl, um einen stärkeren Front National zu verhindern.

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Dieses Signal muss von den gemäßigten Kräften Frankreichs als Warnung und Chance zugleich verstanden werden. Sie müssen es schaffen, das Volk wieder hinter sich zu einen: etwa durch eine Politik, die mehr Menschen in Arbeit bringt und die wirtschaftlichen Probleme des Landes löst. Mehr Wohlstand ist immer das beste Mittel gegen eine auseinanderdriftende Gesellschaft.

Trotz des Rückschlags kann sich Le Pen weiterhin als heimliche Wahlsiegerin sehen. Unterm Strich haben sie und ihre Partei an Zuspruch gewonnen. Die Populistin wird diesen Rückenwind zu nutzen wissen. Verlieren sich Sozialisten und Konservative schon morgen wieder im täglichen Klein-Klein, werden die Rechten auf Erfolgskurs bleiben.