Nach dem EU-Referendum Brexit-Befürworter Johnson kneift: Das ist feige

Meinung – Marion Trimborn | 30.06.2016, 20:22 Uhr

Der Brexit sollte ihm den Weg in die Downing Street ebnen - doch nun verzichtet Boris Johnson überraschend auf die Nachfolge von Premier David Cameron. So ein Feigling. Ein Kommentar.

Ein Sieger, der plötzlich keiner mehr sein will - wo gibt`s denn so was? Boris Johnson, das Gesicht der Brexit-Kampagne, kneift. Er ist ein Feigling, der nicht der Nachfolger von Premier David Cameron werden will. Der nicht mit der EU über den Austritt verhandeln will – weil ihm die Verantwortung zuviel ist.

Das ist ein Schlag ins Gesicht all der Briten, die für den EU-Ausstieg gestimmt haben. Sie haben ihr Kreuzchen für einen Mann gemacht, der ihr Vertrauen missbraucht. Der sich mit seiner Kampagne , die auf überzogenen Versprechen basierte, verzockt hat. Schon nach dem erfolgreichen Referendum kamen Zweifel an Johnson auf, der erst mal abtauchte. Den Rückhalt in seiner Partei hat er verloren, die Konservativen trauen ihm nichts mehr zu.

Johnsons Verhalten ist verheerend. Es vertieft die Kluft zwischen Politikern und dem britischen Volk, das ohnehin schon politikverdrossen ist.

Es birgt aber auch Chancen. Die Nachfolge könnte nun auf Innenministerin Theresa May hinauslaufen. Ihr Politikstil erinnert an die Eiserne Lady Margaret Thatcher. Sie könnte einige Forderungen der Brexit-Befürworter erfüllen. Denn May tritt seit langem für eine harte Linie in punkto Einwanderung, Anti-Terror-Kampf und Polizei ein. Und sie ist erfahren im Polit-Zirkus. Mit ihr werde es kein neues Referendum und keinen EU-Verbleib durch die Hintertür geben, sagt May. Das sind mal klare Worte.

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