„Minister no more“ Griechenland: Gianis Varoufakis tritt zurück

Von Mark Otten | 06.07.2015, 09:46 Uhr

Der griechische Finanzminister Gianis Varoufakis hat am Montagmorgen überraschend seinen Rücktritt erklärt. In der CDU ist man erleichtert.

Der griechische Finanzminister Gianis Varoufakis hat am Montagmorgen überraschend seinen Rücktritt erklärt. Am Morgen nach dem Nein im Referendum schrieb er über den Nachrichtendienst Twitter: „Minister no more!“.

Noch am Sonntagabend hatte Varoufakis angekündigt, nach dem Sieg der Reformgegner mit den internationalen Geldgebern neu zu verhandeln. Nun der Rücktritt In einem Blogeintrag begründet Varoufakis seinen Schritt.

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Demnach hätten ihm Mitglieder der Eurogruppe nach dem Referendum am Sonntag klar gemacht, dass sie es begrüßen würden, wenn er nicht mehr an künftigen Treffen teilnehme. Das habe Griechenlands Ministerpräsident Alexis Tsipras als „potenziell hilfreich“ empfunden, weshalb Varoufakis noch an diesem Montag das Finanzministerium verlassen werde.

Wolfgang Bosbach ist erleichtert

Der CDU-Politiker Wolfgang Bosbach hofft nach Gianis Varoufakis‘ Rücktritt auf einfachere Euro-Verhandlungen. „Das würde vermutlich die Verhandlungen aufgrund seines bisherigen Auftretens erleichtern“, sagte Bosbach am Montag im ZDF-„Morgenmagazin“.

Nachfolger noch am Montag

Mit seinem Rücktritt will Gianis Varoufakis den Weg für neue Verhandlungen mit den Geldgebern ebnen. „Wir von der Linken verstehen etwas davon, kollektiv zu handeln, ohne sich um Amtsprivilegien zu kümmern“, schrieb Varoufakis in seinem Blog. Er werde Ministerpräsident Tsipras und den neuen Finanzminister voll unterstützen. Gianis Varoufakis‘ Nachfolger soll noch am Montag benannt werden. Als Favorit gilt Euklid Tsakalotos, griechischer Chef-Unterhändler in den Gesprächen mit den Kreditgebern.

Am Sonntagabend hatte sich das griechische Volk in einem Referendum gegen die Sparauflagen der Gläubiger ausgesprochen, die Bedingung für weitere Finanzhilfen sind. Das Nein der Griechen bezeichnete er als „historischen Ablehnung des Ultimatums“ der Eurogruppe. (mit dpa)