Mehr Tempo bei Ganztagsschulbau Gemeindebund: „Flickschusterei“ in Bildungspolitik

Von Beate Teenfelde | 17.10.2017, 15:22 Uhr

Der Deutsche Städte-und Gemeindebund hat die „Flickschusterei“ im Bildungsbereich angeprangert.

Speziell beim Ausbau der Ganztagsschulen müsse Deutschland mehr Tempo vorlegen, sagte Hauptgeschäftsführer Gerd Landsberg unserer Redaktion mit Blick auf eine Bertelsmann-Studie. Danach wird es rund 40 Jahre dauern, bis ein flächendeckendes Angebot bereitsteht. „So lange können wir nicht warten“, kritisierte Landsberg. „Der bloße Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz für Grundschulkinder löst keine Probleme“, mahnte der Gemeindebund . Es drohe die Gefahr, dass „ein Flickenteppich an Betreuungsangeboten ohne einheitlichen pädagogischen Ansatz“ geschaffen werde.

Ein solcher Rechtsanspruch auf Betreuung, etwa in einem Hort, würde zudem die Verantwortung den Kommunen zuschieben. Landsberg lehnte dies strikt ab und drängte auf mehr Investitionen von Bund und Ländern. Allein die Kosten für insgesamt rund 50 000 zusätzliche Kräfte würden jedes Jahr Personalkosten in Höhe von 2,8 Milliarden Euro verursachen. „Diese gewaltige Aufgabe ist nur von Bund, Ländern und Kommunen gemeinsam zu schultern“, betonte der Gemeinebund. Laut Bertelsmann-Studie müssten 3,3 Millionen weitere Ganztagsplätze geschaffen werden, um bis 2025 80 Prozent aller Schüler zu erreichen. Dafür würden 31.400 zusätzlich Lehrkräfte sowie 16.200 weitere Fachkräfte wie Erzieher und Sozialpädagogen benötigt.