Machtkampf am Abgrund Neuwahlen in Griechenland – die nächste Krise?

Meinung – Beate Tenfelde | 29.12.2014, 18:27 Uhr

Die Griechen müssen neu wählen. Wie soll es mit ihrem Land weitergehen? Für Deutschland und seine europäischen Partner könnten die Neuwahlen zum Albtraum werden. Droht die nächste Krise? Ein Kommentar.

Schicksalstage nicht nur in Griechenland – auch für Deutschland und seine europäischen Partner könnten die Neuwahlen in Athen zum Albtraum werden. Verrückt spielende Finanzmärkte künden bereits von einer neuen Krise, die noch viel gefährlicher werden könnte als das bisher Erlebte: Denn der Linke Alexis Tsipras gilt als Schreckgespenst der Europäer. Ist er Gewinner des Machtkampfs, schlingert das griechische Staatsschiff ins Ungewisse. Genau das haben die EU-Partner mit hohem Aufwand bislang verhindern können.

Am Abgrund

War alles umsonst? Die EU hofft, das hochverschuldete Griechenland in den letzten Jahren wenigstens so weit stabilisiert zu haben, dass nicht mehr die gesamte Währungsunion auf der Kippe steht. Aber der Abgrund droht. Kündigt Tsipras tatsächlich alle Reformverträge mit dem Internationalen Währungsfonds und der EU, stünden die Griechen ohne Unterstützung da. Die Zahlungsunfähigkeit Athens und der Austritt aus der Euro-Zone wären zwangsläufig die Folge.

Ziel ist der Schuldenschnitt

Das Ziel des Linken ist, die von ihm als Spardiktat gegeißelten Reformen zu beenden und einen Schuldenschnitt zu erreichen. Ein Ziel, das Deutschland und andere starke Volkswirtschaften nicht akzeptieren.

Aber die vom Sparen müden und von Verzicht ausgelaugten Griechen dürften in Tsipras den mutigen Helden sehen, der sie von ihren Lasten befreit. Es sind vor allem die Armen, die auf den großspurigen Linken setzen und sich blenden lassen. Die reichen Griechen haben sich längst abgesetzt.