Lindner: Staatsleistungen ablösen FDP dringt auf Reformen von Kirche und Staat

Von Burkhard Ewert | 21.10.2013, 18:25 Uhr

Angesichts der Affäre um den Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst hat die FDP eine umfassende Reform des Verhältnisses von Staat und Kirche gefordert.

In einem Gespräch mit unserer Zeitung sagte Christian Lindner als voraussichtlicher Nachfolger von Philipp Rösler als Bundesvorsitzender, zwar habe sich die Kooperation von Staat und Religionsgemeinschaften in Deutschland im Grundsatz bewährt. „Allerdings sind die über 200 Jahre alten Staatsleistungen an die Kirchen überholt“, erklärte der Fraktionschef der Liberalen im nordhrein-westfälischen Landtag. „Die sollte man dringlich ablösen“, forderte Lindner und kritisierte insbesondere, dass Bischöfe Beamtenbezüge erhielten. Dies passe „genauso wenig in die Zeit wie das kirchliche Arbeitsrecht, das das Privatleben der Beschäftigten zensiert“. Anfang Dezember soll Lindner zum neuen FDP-Chef gewählt werden.

Skandalbischof Tebartz-van Elst war am Montag vom Papst empfangen worden . Ergebnisse wurden zunächst nicht bekannt. Im Zuge der Debatte um den Ausbau seines Bischofssitzes in Lirmburg sowie mögliche Falschaussagen und Lügen hatte sich eine Debatte über die katholische Kirche in Deutschland und ihr Vermögen sowie Verhältnis zum Staat entzündet.