Kommentar zum Abschuss von MH17 Ukraine-Krise: Irgendetwas läuft grundlegend schief

Meinung – Burkhard Ewert | 18.07.2014, 20:40 Uhr

Geplant war der Abschuss offenbar nicht. Das macht nichts besser, muss aber beide Seiten zur Besinnung bringen. Denn wenn der Krieg in der Ukraine nicht rasch endet, führt er zu weiteren Opfern und einer Spaltung der Welt – wegen eines maroden Landes, das sich selbst nicht einig ist. Ein Kommentar.

Fehler, Absicht, Unglück? Ein Blick in die Vergangenheit lehrt, dass die malaiische Boeing nicht der erste Fall seiner Art ist. So schossen Ukrainer vor rund 20 Jahren eine russische Passagiermaschine ab – wohl aus Versehen. Die Sowjets zerstörten vor rund 30 Jahren ein südkoreanisches Linienflugzeug –wegen Spionage, wie sie sagten. Auch die Vereinigten Staaten sind nicht frei von Schuld: Ein illegal operierendes US-Kriegsschiff schoss in den 80er Jahren nach einer Reihe von Fehlern eine iranische Maschine ab . 290 Fluggäste starben. So etwas könne passieren, erklärte Präsident George Bush und lehnte eine Entschuldigung ab.

Wenn die Funksprüche stimmen, die die Verantwortung der Separatisten für das jetzige Unglück zu belegen scheinen, dann zeigen sie, dass die Rebellen das Flugzeug für ein militärisches Ziel hielten oder ein anderes hatten treffen wollen. Dies relativiert nicht die Folgen, wohl aber das Motiv und belegt parallel, wie leichtfertig gänzlich unbeteiligte Opfer in Kauf genommen werden – was übrigens für jeden gilt, der sich nicht aufrichtig um Frieden bemüht hat, sondern das Maximale für sich herausschlagen wollte.

Weiterhin ist dies Moskau, aber eben nicht allein. Der Präsident in Kiew weist einen Aufruf zur Waffenruhe nach dem nächsten zurück und erhält trotzdem Geld, während Russland vor weiteren Sanktionen steht, die nichts bewirken außer einer neuen Spaltung der Welt. Wegen eines maroden Landes, das sich selbst nicht einig ist. Irgendetwas läuft hier grundlegend schief.

Weitere NOZ-Kommentare finden Sie hier. 

Die aktuelle Nachrichtenlage im Fall MH17 steht hier.