Kommentar zu Griechenland Der Euro spaltet Europa

Meinung – Michael Clasen | 12.02.2017, 19:05 Uhr

Es ist auffallend ruhig geworden um die Euro-Krise. Dabei ist sie keineswegs ausgestanden. Sie wächst. Nicht nur in Griechenland. Aber dort ganz besonders stark.

Nach wie vor ist das Grunddilemma ungelöst: Griechenland gibt für laufende Ausgaben wie Pensionen und Beamtengehälter mehr Geld aus, als das Land über Steuern und Abgaben einnimmt. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble hat deshalb recht: Das Land lebt weiterhin über seine Verhältnisse. Alle Reformversprechungen und Haushaltskürzungen diverser Regierungen in den vergangenen sieben Jahren haben daran nichts geändert. Gleichzeitig führt das Spardiktat dazu, dass sich die ohnehin schwache griechische Wirtschaft nur schwer erholt und die sozialen Spannungen extrem zunehmen.

Drohender Staatsbankrott

Ohne weitere Finanzspritzen wird Athen spätestens im Sommer abermals in die Notlage geraten, einen drohenden Staatsbankrott ausrufen zu müssen.

Grundlegende Reformen unausweichlich

Die Bundesregierung wird alles daransetzen, die Griechenland-Problematik auf die Zeit nach der Bundestagswahl im September zu vertagen. Weder die Kanzlerin noch ihr SPD-Herausforderer wollen die Bürger auf weitere finanzielle Belastungen vorbereiten. Dabei sind grundlegende Reformen der Euro-Zone unausweichlich. Andernfalls wird die Gemeinschaftswährung Europa nicht einen, sondern spalten.