Kommentar Waffenruhe in Syrien Endlich keimt zwischen den Trümmern Hoffnung auf

Meinung – Michael Clasen | 29.12.2016, 20:51 Uhr

Wird 2017 Jahr des syrischen Friedens? Seit Mitternacht sollen die Waffen schweigen. Nach Hunderttausenden Toten und Verletzten, Millionen von Flüchtlingen und unzähligen Massakern keimt Hoffnung auf. Endlich.

Es wird ein langer Weg. Noch ist die Terrormiliz Islamischer Staat nicht besiegt. Zum ersten Mal gibt es jedoch eine realistische Chance, dass der maßgeblich von Russland vermittelte Waffenstillstand zwischen der syrischen Armee und Rebellengruppen hält.

Zu schwach, um zu siegen

Mit dem Fall Ost-Aleppos hat Diktator Assad die wichtigsten Städte zurückerobert. Militärisch kann er trotz der Unterstützung durch russische und iranische Einheiten nicht weiter vorrücken. Dafür fehlen die Kräfte. Ähnlich die Rebellen: Sie sind zu schwach, um zu siegen, aber in den sunnitischen und kurdischen Regionen stark genug, um nicht zu verlieren. In dieser Patt-Situation sollte auch dem letzten Kalaschnikow-Träger zwischen den Trümmern und Leichen des Kriegs dämmern: Die Zeit ist überreif für Verhandlungen.

Trump hilft Syrien jetzt schon

Dass die alte US-Administration von Barack Obama in den vergangenen Tagen noch viel diplomatisches Porzellan zerschlagen hat, ist bitter. Dabei ist zum Glück klar: Donald Trump wird den Ausgleich mit Moskau suchen und keinen Regimewechsel in Damaskus anstreben. Das hilft Syrien jetzt schon.