Kommentar Verantwortung übernehmen

Meinung – Olga Zudilin | 09.12.2015, 19:47 Uhr

Bei den fieberhaften Pariser Klimaverhandlungen reichen die USA den Entwicklungsländern die Hand und wollen ihre Finanzhilfen verdoppeln. Ein Kommentar.

Gute Nachrichten aus Paris: Die 195 Staaten am Verhandlungstisch der Klimakonferenz steuern auf einen Klimaschutzvertrag zu. Vor allem ist es erfreulich zu hören, dass die Industrieländer ihre historische Verantwortung übernehmen und den Entwicklungsländern finanziell bei ihren Klimaschutzbemühungen helfen wollen. Denn vor allem produktionsstarke Länder wie die USA und China, die sich auch gleichzeitig als die beiden größten Kohlendioxid-Produzenten erweisen, sind Spitzenreiter unter den Klimawandel-Verursachern. Da ist es nur fair, dass diese Länder ärmere Staaten bei der Förderung erneuerbarer Energien und bei dem Kampf gegen die Folgen der Erderwärmung unterstützen.

Klimaschutz muss festes Ziel sein

Was für den Klimavertrag aber genauso wichtig sein wird, ist die verbindende Verpflichtung der Staaten, die beschlossenen Maßnahmen alle fünf Jahre zu überprüfen. Das Interesse am Klimaschutz darf nicht mit der Konferenz in Paris enden, sondern muss auch in Zukunft ein festes Ziel sein. Einen Klimaschutzgipfel wie der in Kopenhagen vor sechs Jahren, der ohne ein bindendes Regelwerk zu Ende ging, darf es nicht noch einmal geben. Zu stark standen damals die nationalen Interessen der einzelnen Länder im Vordergrund. Die Klimaerwärmung lässt sich allerdings nur bekämpfen, wenn die Industriestaaten mit den Schwellen- und Entwicklungsländern zusammenarbeiten.