Kommentar Ukraine-Krise: Der Weg ist vorgezeichnet

Meinung – Burkhard Ewert | 04.07.2014, 20:03 Uhr

Es könnte so einfach sein, diesen Konflikt in der Ukraine und mit Russland zu beenden. Aber immer wieder findet sich jemand, der es schlicht nicht will.

Wie der Ukraine-Konflikt endet, liegt auf der Hand. Russland behält die Krim und zahlt dafür mit den Sanktionsfolgen und einer Annäherung der übrigen Ukraine an die EU. Mehr ist nicht zu erreichen, was auch der Kreml weiß. Die Ukraine kommt ihrerseits nicht umhin, den Menschen im Osten dauer- und glaubhaft mehr Selbstbestimmungsrechte einzuräumen und die Diskriminierung zu beenden. Die Nationalisten müssen sich also beherrschen. Die separatistischen Hardliner können wiederum von einem Anschluss an Russland träumen, erreichen werden sie ihn nie. Bis alle einsehen, was ohnehin kommt, sterben jeden Tag sinnlos Menschen, was die idiotischen Komponenten von Kriegen einmal mehr illustriert.

Merkwürdig auch: Da appellieren Barack Obama, Angela Merkel und andere laufend an Wladimir Putin, seinen Einfluss auf die Separatisten geltend zu machen. Die waren es aber gar nicht, die die brüchige Waffenruhe gekündigt haben. Auch zu den Voraussetzungen für einen neuen Anlauf ist Russland längst bereit. Fast hat es daher den Anschein, als verlange der Westen von Moskau, wozu er selbst nicht in der Lage ist: sich in seiner Einflusssphäre durchzusetzen. So wird Präsident Petro Poroschenko in Kiew neuerdings von einer Militärspitze flankiert, die eine Siegesparade auf der Krim feiern will. Viel Spaß dabei.