Kommentar Spitzel-Vorwürfe gegen Ditib: Alle Zweifel beseitigen

Meinung – David Hausfeld, David Hausfeld | 15.01.2017, 19:06 Uhr

Politiker fordern die Aufklärung der Spitzel-Vorwürfe gegen den Verband Ditib. Einzelne Imame des deutsch-türkischen Moscheeverband sollen Informationen über Anhänger der Gülen-Bewebung an die türkische Regierung gegeben haben. Die Debatte ist nötig, meint unser Kommentator.

Imame als Spitzel? Die neuen Vorwürfe gegen den deutsch-türkischen Moscheeverband Ditib haben eine weitere Debatte um die Integrität und Unabhängigkeit des Verbandes entfacht. Ditib-Imame sollen nach einem Aufruf der türkischen Religionsbehörde Diyanet Anhänger der Gülen-Bewegung ausspioniert haben. Der weitere Umgang mit dem Verband und seine Rolle in Deutschland werden infrage gestellt. Politiker fordern gar, die Zusammenarbeit zu beenden – und das zu Recht.

Ditib fungiert als Ansprechpartner für die Politik in Fragen rund um den Islam in Deutschland. Zentrale Themen sind dabei auch ein islamischer Religionsunterricht in Schulen und die Integration von Migranten. Darüber hinaus bewirbt sich der Verband um eine Anerkennung als Religionsgemeinschaft. Für all das drohen weitreichende Konsequenzen, sollten sich die Vorwürfe bewahrheiten.

Dass Ditib die Vorwürfe ernst nimmt und den Sachverhalt aufklären will, ist eine Selbstverständlichkeit. Größtmögliche Transparenz ist dabei nötig. Wenn der Verband seinen Beitrag für die Integration leisten und seine Rolle als Ansprechpartner und Religionsgemeinschaft halten will, muss er alle Zweifel an seiner Unabhängigkeit beseitigen. Macht er dies nicht, müssen Konsequenzen gezogen werden.