Kommentar Sicherheitskonferenz: Viele Köche, viele Süppchen

Meinung – Maik Nolte, Maik Nolte | 09.02.2017, 19:05 Uhr

Über einen Mangel an Aufgaben können sich die Teilnehmer der Münchner Sicherheitskonferenz nicht beklagen. Eher über den Mangel an gemeinsamen Konzepten gegen den Terrorismus.

Wenn die vergangenen Jahre eines gelehrt haben, dann dies: Mit militärischen Mitteln allein lässt sich der Terrorismus nicht bezwingen. Man blicke nur auf Afghanistan, Irak, Syrien, Libyen oder Jemen: Allesamt Schauplätze im Kampf gegen den Terror, allesamt instabil oder gleich im Chaos versunken. Und weil dieser Zusammenhang eigentlich eine Binsenweisheit ist, nehmen an der Münchner Sicherheitskonferenz – so umstritten sie ansonsten auch sein mag – nicht nur Militärstrategen teil, sondern auch Staatschefs, Außenminister und Nichtregierungsorganisationen.

Dass US-Präsident Trump eine durchaus prominent besetzte Delegation dorthin entsendet, zeigt zwar, dass die USA die internationale Zusammenarbeit noch keineswegs abgeschrieben haben. Dass allerdings mit Außenminister Tillerson der Chefdiplomat fehlt und stattdessen aus Trumps Mannschaft, neben dem eher blassen Vize Pence, die Generäle Mattis, Flynn und Kelly dabei sind, ist zumindest ein wenig beunruhigend.

Um den Terror nachhaltig zurückzudrängen, müssen ihm die Grundlagen entzogen werden – und die lassen sich nicht einfach wegbomben. Solange aber jeder sein Süppchen kocht – die Nato mantraartig lieber vor Russland warnt, Moskau dem Schlächter Assad den Weg freischießt oder Ankara die Kurden als den größeren Feind der Menschheit betrachtet - wird das nichts werden.