Kommentar Neue Zahlen zu Kindersterblichkeit: Ansporn und Weckruf

Meinung – Karsten Frei | 19.10.2017, 15:34 Uhr

5,6 Millionen Kinder haben im Jahr 2016 ihren fünften Geburtstag nicht erlebt. Eine erschreckend hohe Zahl. Doch ein Blick auf die Entwicklung der vergangenen Jahre und Jahrzehnte zeigt: Sie gibt auch Grund zur Hoffnung. Ein Kommentar.

Eins, zwei, drei, vier, fünf, sechs – sechs Sekunden, und wieder ist irgendwo auf der Welt ein Kleinkind gestorben. 5,6 Millionen Kinder haben 2016 ihren fünften Geburtstag nicht mehr erleben dürfen. Wahrlich kein Grund zum feiern, aber dennoch geben die Daten beim Blick auf die vergangenen Jahre auch Anlass zur Hoffnung. Denn sie belegen, dass das unsägliche Leid, dass der Tod eines Kindes für die Familien mit sich bringt, seltener wird: Seit 1990 ist die Kindersterblichkeit weltweit um immerhin die Hälfte gesunken. Das ist ein großer Erfolg und weitere Fortschritte sind greifbar.

Insbesondere deshalb, weil die häufigsten Todesursachen gezielt bekämpft werden können. Alleine eine bessere Betreuung bei der Geburt, einfacherer Zugang zu sauberem Wasser, eine gesteigerte Verfügbarkeit von Medikamenten und das Aufspannen von Moskitonetzen würde helfen, den Tod von Millionen Kindern zu verhindern.

Die internationale Gemeinschaft, hat sich 2015 mit der Verabschiedung der Nachhaltigen Entwicklungsziele zum Ziel gesetzt, die Kindersterblichkeit in jedem Land der Welt auf 25 pro 1000 Lebengeburten zu senken. Die Zahl von 5,6 Millionen toten Kindern sollte für sie Weckruf und Ansporn zugleich sein, speziell den besonders betroffenen Subsahara-Staaten entsprechende Hilfsangebote zu unterbreiten, um die notwendigen Investitionen in das Gesundheitssystem zu befördern.

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