Kommentar Grundschule sucht Leitung:

Meinung – Stefanie Witte | 23.02.2017, 17:59 Uhr

Ein Feigenblättchen, viel mehr stellt der Plan der Niedersächsischen Kultusministerin nicht dar. Frauke Heiligenstadt will Grundschulrektoren unter anderem damit locken, dass ein Teil der Verwaltungsarbeit aus den Schulen in die Landesschulbehörde verlagert wird.

Es spricht Bände, dass diese Änderung erst einen Monat nach der Landtagswahl im nächsten Jahr in Kraft treten soll. Eigentlich ist aber sogar das egal – an den unbesetzten 145 Rektorenstellen an Grundschulen im Land wird diese Idee nichts ändern.

Das Problem liegt auf der Hand: Wer eine Grundschule leitet, bekommt nur geringfügig mehr Geld als die Kollegen, dafür darf er sich mit Stundenplänen und der Organisation des Schullebens herumschlagen, ist Vorgesetzter und Ansprechpartner für die Landesbehörde. Gleichzeitig soll er unterrichten – für seine Leitungsaufgaben werden ihm nur wenige Stunden erlassen.

Statt die Verwaltung von Akten auf die Landesschulbehörde abzuwälzen, sollte das Land besser in Sekretärinnen investieren und endlich das Gehalt der Rektoren anheben. Wer mehr Verantwortung übernimmt, sollte auch entsprechend entlohnt werden. Bleibt alles beim Alten, wird die Zahl der leitungslosen Grundschulen nicht sinken. Die Ministerin scheint das jedoch nicht zu stören.