Kommentar Absturz von MH17: Ein furchtbarer Verdacht

Meinung – Christian Schaudwet | 18.07.2014, 11:09 Uhr

Der Konflikt in der Ostukraine könnte eine der schlimmsten denkbaren Wendungen genommen haben: Wahrscheinlich ist über dem Kampfgebiet ein Zivilflugzeug mit fast 300 Menschen an Bord abgeschossen worden. Wenn ja: Waren es Separatisten? War es die ukrainische Armee? Waren es russische Streitkräfte?

Die Beschuldigungen und Dementis schwirren hin und her. Ein Abschuss ist realistisch. Zuletzt haben sich die Gefechte immer stärker auch auf den Luftraum ausgedehnt. Und schienen anfangs beide Seiten bemüht, Zivilisten, so gut es ging, von den Kampfhandlungen zu verschonen, zeichnete sich in den zurückliegenden Wochen ein neuer Trend ab: Die Hemmschwellen sinken. Vom Kind bis zum Greis wird inzwischen umgebracht, wer gerade im Weg ist. Aber auch die Berichte über gezielte Morde und Folterungen häufen sich.

An dieser Eskalation hat die ukrainische Führung großen Anteil. Nicht minder schuldig sind jene russischen Kreise, die in der Ukraine ihr zynisches Spiel spielen: Russische Militärs bekleiden wichtige Positionen in den Rängen der Separatisten. Sie setzen hoch entwickelte Waffen ein, die sie nur mit der Hilfe oder Duldung Offizieller in Wladimir Putins Machtapparat erhalten haben können.

Wenn die Maschine der Malaysia Airlines abgeschossen wurde, hat der Krieg der feindlichen Brüder eine Menschenverachtung erreicht, die endgültig die wahre Natur seiner Drahtzieher offenbart.