Um Corona-Einschränkungen für Kinder zu verhindern Kinderärztepräsident an Bundestag: „Bitte Impfpflicht beschließen!“

Von Tobias Schmidt | 27.03.2022, 09:00 Uhr 1 Leserkommentar

Kinderärztepräsident Thomas Fischbach hat sich eindringlich für die Corona-Impfpflicht ausgesprochen, damit im Herbst nicht wieder Kitas und Schulen geschlossen werden müssen.

Kinderärztepräsident Thomas Fischbach hat sich eindringlich für die Corona-Impfpflicht ausgesprochen, damit im Herbst nicht wieder Kitas und Schulen geschlossen werden müssen.

„Der Bundestag muss eine Impfpflicht für alle Erwachsenen einführen, die Impfungen ab Juni verpflichtend macht, sonst kommen wir bis zum Herbst nicht vor die Welle, und dann werden vor allem wieder die Kinder und Jugendlichen unter den unvermeidbaren Einschränkungen leiden“, sagte der Präsident des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) im Gespräch mit unserer Redaktion.

Impfen sei „nachweislich der einzige sichere Weg, um ohne verheerende Eindämmungsmaßnahmen zu viele schwere Verläufe und Todesfälle zu vermeiden“, sagte der Arzt. Wer die Impfung bis jetzt noch verweigere, Personen mit medizinischen Gründen natürlich ausgenommen, „nimmt den Rest der Bevölkerung in Geiselhaft“, so Fischbach wörtlich. „Das trifft besonders Minderjährige, die durch die Einschränkungen um Bildungs- und Entwicklungschancen gebracht werden, sozial und psychisch leiden. Das ist nicht mehr hinnehmbar!“

Der Vorschlag von Unionsabgeordneten zu Pflichtimpfungen erst dann, wenn eine neue Corona-Welle das Land erfasse, sei „eine Hintertür für Helden, die sich vor notwendigen, aber unbequemen Entscheidungen drücken“, kritisierte der BVKJ-Präsident in der „NOZ“. Eine vorherige Beratungspflicht, wie sie aus der FDP vorgeschlagen wird, sei nicht umsetzbar. „Wir Ärzte haben jedenfalls keine Kapazitäten für stundenlange Einzelgespräche mit hartnäckigen Impfverweigerern, wenn sie denn überhaupt kämen“, sagte Fischbach.

Der Arzt betonte, es gehe nicht um Zwangsimpfungen, da niemand von der Polizei zum Arzt gebracht werde. Aber auch Ordnungsgelder könnten eine wirksame Sanktion sein. „Ungeimpfte Erwachsene gefährden durch ihre Verweigerungshaltung sich und andere. Und noch mehr: Sie schränken mit ihrem Verhalten die Grundrechte der Kinder ein. Jetzt ist endlich die Solidarität der Erwachsenen mit unseren Jüngsten gefragt!“

1 Kommentar
Michael Schmitt-Boeger
Behandelt Corona wie eine Erkältung. Keine Quarantäne mehr. Ansteckungen gibt es auch mit Impfung. Wer sich nicht impfen lassen will, hat halt Pech gehabt. Wegen wenigen…muss nicht das ganze Land leiden.