Kandidat für Präsidentenamt AfD schickt Gründungsmitglied ins Rennen

Von Beate Tenfelde | 11.02.2017, 16:41 Uhr

Albrecht Glaser, stellvertretender Bundesvorsitzender der Alternative für Deutschland (AfD), ist der vierte Kandidat bei der Wahl des Bundespräsidenten.

Über vier Jahrzehnte war der 75-jährige Wormser, der heute bei Kassel in Nordhessen lebt, in der CDU. Der Jurist und Verwaltungsrechtler war früher auch Frankfurter Stadtkämmerer. In dieser Funktion legte er im Jahr 2000 insgesamt 100 Millionen DM in einem Fonds an und machte sich zunächst als „Haushaltssanierer“ einen Namen, wofür er später kritisiert wurde, nachdem der Fonds in der Finanzkrise ab 2007 deutlich ins Minus rutschte. Für die städtische Zusatzversorgung der Bediensteten legte Glaser weitere 100 Millionen DM mit ähnlicher Entwicklung an. Er weist noch immer jede Schuld von sich. Die Frankfurter sahen dies anders.

Glaser verließ 2012 die CDU und wechselte kurz danach zur AfD. Mit der Mitgliedsnummer 30 gilt er als Gründungsmitglied. Bei der Bundestagswahl 2013 war Glaser Kandidat der AfD auf Platz 3 der Landesliste Hessen. Am 30. Mai 2015 wurde er erneut in den Vorstand der AfD Hessen gewählt und ist seitdem einer der drei Sprecher des Landesverbandes.

Er ging in einem Gespräch mit der „Frankfurter Allgemeinen“ scharf ins Gericht mit der Bundesregierung. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) sei intelligent, aber nicht klug. Und ihr Vize Sigmar Gabriel (SPD) weder das eine noch das andere. Glaser kritisiert unter anderem die übermäßigen Ausgaben für Flüchtlingsbetreuung und Griechenlandbetreuung.