„Jedem das Seine“ NPD-Politiker zeigt Nazi-Tattoo: Bewährungsstrafe

22.12.2015, 05:53 Uhr

Ein unerträglicher Anblick im Spaßbad: Ein NPD-Politiker präsentiert Ende November Badegästen ein Nazi-Tatoo. Die Justiz reagierte schnell.

Im Prozess um ein öffentlich gezeigtes Nazi-Tattoo mit den Umrissen eines Konzentrationslagers und dem Spruch „Jedem das Seine“ ist der NPD-Politiker Marcel Z. wegen Volksverhetzung zu sechs Monaten Haft auf Bewährung verurteilt worden. Er sitzt für die rechtsextreme Partei im Kreistag von Barnim (Brandenburg). Der 27-Jährige ist laut Rundfunk Berlin Brandenburg bereits wegen Körperverletzung, Amtsanmaßung und Fahren ohne Führerschein vorbestraft.

Der Spruch „Jedem das Seine“ stand von innen lesbar über dem Haupttor des Konzentrationslagers Buchenwald. Nach Recherchen des Tagesspiegels trägt Z. auf dem Bauch ein Tattoo mit einem Reichsadler. Auf dem linken Ellenbogen hat er eine sogenannte schwarze Sonne tätowiert, ebenfalls ein Symbol der Naziszene.

Verteidiger von Zech in dem Prozess war Wolfgang Narath. Der Anwalt ist selbst der rechtsextremen Szene zuzuordnen. Er vertritt auch den im NSU-Prozess angeklagten Ralf Wohlleben . Vor dem Amtsgericht Oranienburg hatte Zech zugegeben, die Tätowierung mit den Umrissen des Konzentrationslagers in dem Schwimmbad gezeigt zu haben. Die Staatsanwaltschaft hatte zehn Monate Haft ohne Bewährung gefordert, der Verteidiger auf Freispruch plädiert.