J. K. Rowling diskutiert auf Twitter „Harry-Potter“-Autorin liefert sich Wort-Schlacht mit Trump

Von Katrin Pribyl, Katrin Pribyl | 14.02.2017, 18:46 Uhr

Die britische „Harry Potter“-Autorin J. K. Rowling mischt sich via Twitter immer wieder in politische Diskussionen ein. Seit Monaten kritisiert sie etwa auf schärfste Weise US-Präsident Donald Trump.

Es mag für einige Fans von Harry Potter äußerst überraschend gekommen sein, dass ihre Lieblingsbücher plötzlich in eine Fehde um US-Präsident Donald Trump geraten sind. Doch schon seit mehreren Wochen liefern sich die britische Autorin J. K. Rowling und Anhänger des Republikaners einen Schlagabtausch, der am Wochenende dann in einer Twitter-Schlacht zwischen der Schriftstellerin und dem bekannten Moderator, Kolumnisten und Trump-Freund Piers Morgan gipfelte.

Dabei fing alles mehr oder minder gesittet an. Im vergangenen Jahr kommentierte Rowling, die sich immer wieder in politische Debatten einschaltet, mittels des Kurznachrichtendienstes Twitter die US-Wahl. An Trump ließ sie nie ein gutes Haar, im Gegenteil: Sie attackierte ihn, seine Ideen und Personalentscheidungen scharf, was ihr viel Applaus von Trump-Gegnern einbrachte. Nur, mit der Zeit fanden seine Unterstützer ihre Einmischungen alles andere als witzig. Und plötzlich schlug ihr offen Hass entgegen, sogar von Bücher- und Film-Verbrennungen war in den Nachrichten an sie die Rede.

Rowling reagierte jedoch gelassen: „Also, der Rauch der brennenden DVDs ist wahrscheinlich giftig und ich habe trotzdem euer Geld.“ Eine wütende Frau schrieb: „Ich habe gerade alle meine „Harry Potter“-Bücher verbrannt, nachdem ich 17 Jahre lang Fan war. „Der Stein der Weisen“ war eines der ersten Bücher, die ich jemals gelesen habe. Es macht mich traurig, dass das so enden muss. Sie beschämen mich, Sie widern mich an, ich werde nie mehr wieder eine Ihrer Arbeiten lesen.“

Doch auch das brachte die Bestseller-Autorin nicht aus der Ruhe: „Ich schätze, es stimmt, was man sagt: Man kann ein Mädchen zwar an Bücher zum Aufstieg und Fall eines Autokraten heranführen – aber man kann es nicht zwingen, nachzudenken.“

Nun aber eskalierte ein Streit besonders. Piers Morgan, ein über die Landesgrenzen hinaus bekannter und äußerst umstrittener Kolumnist, trat in einer Talkshow auf und behauptete, das vom US-Präsidenten verhängte Einreiseverbot richte sich nicht gegen Muslime. Ein australischer Comedian, der ebenfalls in der Sendung anwesend war, fuhr ihm daraufhin über den Mund: „Halt die Klappe!“

Rowlings Reaktion auf Twitter? Piers Morgan dabei zuzusehen, wie ihm gesagt wird, er solle den Mund halten, sei exakt so befriedigend, wie sie sich das immer vorgestellt habe. Die Antwort von Morgan ließ nicht lange auf sich warten und die Fehde nahm ihren Lauf: „Darum habe ich niemals ein einziges Wort von Harry Potter gelesen.“ Rowling: „Wenn du nur Harry Potter gelesen hättest, wüsstest du, dass eine der Schattenseiten, dem größten Rüpel der Schule in den Hintern zu kriechen, ist, lebendig verbrannt zu werden.“

Es folgten weitere Wortgefechte und die Twitter-Gemeinde beobachtete den Schlagabtausch amüsiert. Rowling hat mehr als 9,7 Millionen Followers, Morgan folgen auf dem Kurznachrichtendienst mehr als 5,5 Millionen Menschen. Im Online-Publikum saß offenbar auch der Buchhändler Simon Key aus London. Und der Fan der Fantasy-Reihe kam auf eine Idee: Seit einigen Tagen tweetet er Zeile für Zeile des ersten Harry-Potter-Romans an Piers Morgan, mehr als 100 Nachrichten gingen bereits an den prominenten Moderator. Geplant sind 32.567 Nachrichten.

Dabei ist das wohl überhaupt nicht notwendig. Längst hat ein Beobachter entdeckt, dass Morgan einmal in einer Kolumne „Harry Potter“ zitiert hat, was seiner Aussage widerspreche, er habe das Werk nie gelesen. Doch der umstrittene Moderator lieferte auch dafür eine Erklärung: Sein Sohn sei „Potter-süchtig“, schrieb er. „Ich betrachte das als schwerwiegendes Scheitern meiner erzieherischen Fertigkeiten.“ In dieser Fehde scheint längst noch nicht das letzte Wort getwittert zu sein.