Wahlen in Brandenburg und Sachsen Internationale Pressestimmen: "AfD ist neue Volkspartei im Osten"

Von Christian Ströhl | 02.09.2019, 12:04 Uhr

Die AfD hat bei den Landtagswahlen im Osten Rekordergebnisse eingefahren. Die internationalen Pressestimmen.

In Brandenburg hat die AfD ihr Ergebnis im Vergleich zur Landtagswahl vor fünf Jahren fast verdoppelt. In Sachsen, wo die AfD 2014 knapp unter zehn Prozent lag, zeigt die Kurve sogar noch steiler nach oben. In beiden Bundesländern schaffen es die Rechtspopulisten auf Platz zwei. In Sachsen bleibt die CDU stärkste Kraft, in Brandenburg ist die SPD stärkste Partei geworden.

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"Gazeta Wyborcza" (Polen): Die Attacke der AfD-Populisten wurde abgewehrt, doch das Ergebnis ist rekordverdächtig. Bei den Regionalwahlen in Sachsen und Brandenburg erzielte die Alternative für Deutschland ein Rekordergebnis. Und doch hat sie die CDU und die SPD, die dort seit Jahren regieren, nicht schlagen können.

"Rzeczpospolita" (Polen): Ergebnis zeigt, dass die Kräfte Mitte-Rechts und Mitte-Links trotz sinkender Popularität an der Spitze bleiben werden. AfD zweite Kraft.

"Guardian" (Großbritannien): Rechte AfD erzielt große Gewinne, kann aber die Parteien der Mitte nicht überholen.

"The Telegraph" (Großbritannien): Es war am Sonntag eine Erleichterung für Angela Merkel, als es der nationalistischen Partei Alternative für Deutschland nicht gelang, den weithin vorausgesagten Durchbruch bei wichtigen Landtagswahlen zu schaffen. Die AfD hat zwar bei den Wahlen in zwei Bundesländern im einst kommunistischen Osten erhebliche Zugewinne gemacht, kam jedoch angesichts eines späten Aufbäumens der etablierten Parteien nicht auf den ersten Platz. (...) Das Ergebnis wird den unmittelbaren Druck auf Merkel und ihre Nachfolgerin als CDU-Vorsitzende, Annegret Kramp-Karrenbauer, die bislang ein schwieriges erstes Jahr im Amt durchgemacht hat, etwas verringern.

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"De Telegraaf" (Niederlande): Doppelte Ohrfeige für die instabile deutsche Koalition.

"Neue Zürcher Zeitung" (Schweiz): Dieser Wahlsonntag macht einmal mehr deutlich, dass die AfD so schnell nicht wieder verschwindet. Eine Wahlparole wie 'Vollende die Wende', dreißig Jahre nach dem Mauerfall, mag auf die meisten Deutschen verstörend wirken. Im Osten trifft die Partei damit das Empfinden einer großen Bevölkerungsschicht.

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"Politico" (USA): Deutsche Rechte bei Wahlen im Osten im Aufwind. Obwohl die AfD keinen der beiden Staaten gewann, wie einige befürchtet hatten, erzielte sie in beiden das bisher beste Ergebnis und sandte eine deutliche Botschaft an die Koalition Merkels in Berlin.

"Washington Post" (USA): Deutschlands extrem rechte Partei hat am Sonntag in zwei der östlichen Bundesländer bedeutende Gewinne erzielt, hat es aber nicht geschafft, die etablierten Parteien zu überholen und die meisten Stimmen zu bekommen.

"Tages-Anzeiger" (Schweiz): Die AfD erreicht mit den jüngsten Erfolgen eine neue Stufe in ihrer Entwicklung: Sie hat die Hülle einer reinen Protestpartei abgestreift und sich zumindest im Osten als neue Volkspartei etabliert.

"Le Monde" (Frankreich): Starker Erfolg der extremen Rechten bei zwei regionalen Wahlen.

"La Vanguardia" (Spanien): Konservativen und Sozialdemokraten gelingt es, die Ultrarechte in Brandenburg und Sachsen zu bremsen.

"El País" (Spanien): Die deutschen Regierungsparteien können im Osten den Aufstieg der Ultrarechten aufhalten. Der AfD gelingt es trotz starker Zugewinne nicht, stärkste Kraft in Sachsen und Brandenburg zu werden.

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