Hohe Benzin- und Dieselpreise Sozialverband fordert Gutscheine für Bedürftige statt Tankzuschuss

Von Uwe Westdörp | 16.03.2022, 01:00 Uhr

Benzin und Diesel sind infolge des Kriegs in der Ukraine noch teurer geworden. Nun soll es Entlastungen geben. Der Sozialverband VdK warnt davor, mit der Gießkanne vorzugehen.

In der Debatte um die hohen Energie- und Benzinpreise warnt der Sozialverband VdK davor, bei Entlastungen der Verbraucher „nach dem Gießkannenprinzip vorzugehen und nicht zielgerichtet nach sozialer Bedürftigkeit“. VdK-Präsidentin Verena Bentele sagte unserer Redaktion: „Von einem Tankzuschuss profitieren in besonderem Maße Menschen, die große Autos mit hohem Verbrauch fahren sowie Dienstwagenbesitzer, die eine Entlastung aber in der Regel gar nicht nötig haben.“ Deshalb fordere der VdK statt eines Tankzuschusses Gutscheine für Haushalte mit geringem oder keinem Einkommen sowie für Rentner. „Arme Menschen müssen jetzt unterstützt werden, nicht die Ölindustrie“, sagte Bentele.

Die VdK-Präsidentin reagierte damit auf einen Vorschlag von Bundesfinanzminister Christian Lindner. Der FDP-Politiker plädiert für einen befristeten staatlichen Zuschuss. Er will den Spritpreis damit auf unter zwei Euro pro Liter Diesel oder Benzin drücken. Die konkrete Ausgestaltung ist offen. Lindner rechnete vor, 40 Cent Entlastung pro Liter für drei Monate würden den Staat 6,6 Milliarden Euro kosten.

Noch keine Kommentare