Folgen der Hitzewelle Patientenschützer fordert Milliarden für Hitzeschutz in Heimen und Kliniken

Von Marion Trimborn | 18.07.2022, 12:50 Uhr

Deutschland schwitzt unter Temperaturen über 30 Grad. Besonders alte und pflegebedürftige Menschen leiden darunter - zumal es in Heimen zu wenig Hitzeschutz gibt. Das beklagt Patientenschützer Brysch und fordert Milliarden für Umbau und Sanierung von Kliniken und Altenheimen.

Angesichts der Hitzewelle hat Patientenschützer Eugen Brysch den Kommunen und Ländern Untätigkeit vorgeworfen und fordert milliardenschwere Investitionen in Alten- und Pflegeheime. Der Vorstand der Stiftung Patientenschutz sagte unserer Redaktion: „Mit den aktuell steigenden Temperaturen überbieten sich Politik und Verbände mit Vorschlägen. Doch es ist zu befürchten, dass am Donnerstag bei Erreichen sommerlicher Normaltemperaturen wieder alles vorbei ist.”

So würden derzeit überall Hitzeschutzpläne gefordert, damit sich Senioreneinrichtungen oder Krankenhäuser besser auf Hitzewellen vorbereiten könnten. Entscheidend sei aber die Finanzierung und daran hapere es: „Denn weder Kommunen noch Bund und Länder sind bereit, mit Milliarden-Investitionen ein Hitzeschutzschild wenigstens für Pflegeheimbewohner, Krankenhauspatienten und besonders gefährdete Menschen bereitzustellen”, kritisierte Brysch. Dabei gehe es um wichtige Investitionen, Bau- und Sanierungsmaßnahmen.

Maximal 25 Grad in Altenheimen

Der Patientenschützer forderte die Klimaminister von Bund und Ländern auf, ein 25-Grad-Ziel für die stationären Einrichtungen zu garantieren und fügte hinzu: „Bundestag und Länderparlamente tun nichts, um ihre Regierungen auf dieses Hitzeschutz-Ziel zu verpflichten.“ Die Betroffenen hätten schließlich nichts von den „mehr oder weniger guten Ratschlägen”. Brysch bemängelte, dass Betreiber von Pflegeheimen und Krankenhäusern lediglich auf feuchte Tücher und mehr Flüssigkeit setzten, um Kranken und Pflegebedürftigen bei Hitze Linderung zu verschaffen. 

Angesichts der erwarteten Wetterlage hatte etwa der Ärzteverband Marburger Bund einen nationalen Hitzeschutzplan und eine Aufklärungskampagne gefordert.

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