Gebäude geräumt Bombendrohung: Rede des türkischen Präsidenten Gül abgesagt

Von dpa | 19.09.2011, 17:43 Uhr

Nach einer Bombendrohung ist eine Rede des türkischen Staatspräsidenten Abdullah Gül in der Berliner Humboldt-Universität am Montagabend kurzfristig abgesagt worden. Die Polizei ließ den Veranstaltungssaal räumen. Am Dienstag wird Gül in Osnabrück erwartet.

Ein Polizeisprecher sagte, vor dem Auftritt sei telefonisch eine Drohung eingegangen, „die von uns als ernstzunehmend eingestuft wurde". Ein Mann habe angegeben, dass es im Audimax der Universität in Berlin-Mitte eine Bombe gebe und die Menschen in Sicherheit gebracht werden müssten.

Gül wollte in der Reihe Humboldt-Reden zu Europa einen Vortrag zum Thema „Die türkisch-deutschen Beziehungen vom Deutschen Bund zur Europäischen Union" halten. Nach dem Vortrag wollte Bundespräsident Christian Wulff am Abend ein Staatsbankett zu Ehren von Gül in Schloss Bellevue geben. Der Termin wurde wegen der Bombendrohung um eine Stunde verschoben wurde.

Die Worte des Anrufers seien schwer verständlich gewesen, hieß es bei der Polizei. Bei wem sich der unbekannte Anrufer gemeldet habe, wurde nicht mitgeteilt. Die Straße Unter den Linden wurde weiträumig um die Universität abgesperrt. Kriminaltechniker und Sprengstoffhunde seien angefordert worden. Wie viele Menschen das Universitätsgebäude verlassen mussten, teilte die Polizei nicht mit.

Vor dem Hauptgebäude demonstrierten am Abend nach Angaben von Augenzeugen mehrere hundert Kurden. Nach Polizeiangaben waren zwei Demonstrationen angemeldet worden - eine Kundgebung zur Begrüßung von Gül, die andere für den in der Türkei inhaftierten Führer der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK, Abdullah Öcalan.