Fünf Anfragen abgelehnt Syrien genehmigt Helfern Zugang zu belagerten Städten

04.06.2016, 00:14 Uhr

Die syrische Regierung hat humanitären Helfern unbeschränkten Zugang für Hilfslieferungen zu zwölf belagerten Städten sowie eingeschränkten Zugang zu drei weiteren belagerten Gegenden genehmigt. Das teilte die UN-Nothilfeorganisation OCHA am Freitag mit.

Hingegen verweigerte die Regierung den Zugang für Helfer zu den belagerten Orten Sabadani im Südwesten des Landes, zu Al-Waer, einem Stadtteil von Homs, sowie zu weiteren Gebieten.

Die Vereinten Nationen hatten für internationale Helfer Zugang zu insgesamt 34 syrischen Orten gefordert, darunter auch zu 17 belagerten Gebieten. In 23 Fällen bewilligte Syrien den vollen Zugang, in sechs dagegen nur den Zugang für eingeschränkte Hilfslieferungen. Fünf Anfragen lehnte das Regime in Damaskus ab.

Die Internationale Unterstützergruppe für Syrien (ISSG) hatte vergangenen Monat angekündigt, es werde das Welternährungsprogramm (WFP) dazu aufrufen, humanitäre Hilfe aus der Luft abzuwerfen, wenn es keinen Zugang zu den belagerten Gebieten gebe.

Einverständnis von Regierung benötigt

Die Hilfeleistungen für die syrische Zivilbevölkerung sind weitgehend vom Einverständnis der Regierung in Damaskus abhängig. Der Landweg ist die effizienteste Weise, Hilfsgüter in belagerte Städte zu bringen, doch hatte Damaskus bisher vielfach den Zugang verweigert. Die meisten betroffenen Städte und Gebiete werden von den Regierungstruppen belagert. Im Mai vereinbarten mehrere große Staaten, am 1. Juni mit dem Abwurf von Hilfsgütern aus der Luft zu beginnen, wenn die Routen für Konvois nicht freigegeben würden.

Der französische UN-Botschafter François Delattre sagte, es gehe darum, „eine humanitäre Katastrophe“ zu beenden. Die Regierung hungere weiter hunderttausende Zivilisten aus, dies sei ein „Kriegsverbrechen“.

Zivilisten bei Luftangriffen getötet

Derweil sind bei Luftangriffen des syrischen Militärs in und um Aleppo am Freitag rund 40 Zivilisten getötet worden. Wie der syrische Zivilschutz mitteilte, bombardierte die Luftwaffe von Syriens Staatschef Baschar al-Assad von Rebellen gehaltene Stadtviertel im Osten von Aleppo. Dabei wurden mindesten 28 Zivilisten getötet. Ein weiterer Luftangriff traf den Angaben zufolge einen Bus auf einer Straße, die aus der umkämpften Großstadt im Norden Syriens herausführt und von den Rebellen als Nachschubroute genutzt wird. Dabei seien zehn weitere Zivilisten getötet worden, erklärte der Zivilschutz.

Die Luftangriffe waren nach Beobachtungen eines Reporters der Nachrichtenagentur AFP die heftigsten seit mehr als einem Monat. Die syrische Luftwaffe warf Fassbomben ab. In Aleppo, der zweitgrößten Stadt Syriens, wurden in den vergangenen zwei Wochen mehr als 200 Zivilisten bei erbitterten Kämpfen getötet. Die Rebellen beschießen von den Regierungstruppen kontrollierte Stadtviertel mit Raketen und Artillerie, die Luftwaffe bombardiert die Rebellenviertel.