Frieden liegt in weiter Ferne Blutvergießen geht weiter: USA und Russland versagen in Syrien

Meinung – Christian Lang, Christian Lang | 20.09.2016, 15:53 Uhr

Die Kämpfe in Syrien gehen weiter. Nach dem Angriff auf einen Hilfskonvoi scheint der Frieden weiter entfernt als je zuvor. Russland und die USA versagen in dem Konflikt. Ein Kommentar.

Sie war zugegebenermaßen nur ein sehr zartes Pflänzchen, die Hoffnung, dass die neuerliche Waffenruhe in Syrien dieses Mal tatsächlich den Ausgangspunkt für eine dauerhafte Befriedung des bürgerkriegsgebeutelten Landes bildet. Doch das angeblich versehentliche US-Bombardement eines Lagers der russlandnahen Regierungstruppen, dann der Angriff auf den Hilfskonvoi und die anschließenden Bombardements der syrischen Armee haben endgültig für Ernüchterung gesorgt. Die Attacken zeigen, dass eine Lösung des Konfliktes nach wie vor in weiter Ferne liegt. Und wie wenig Menschenleben sowie internationale Standards des Kriegsrechts zählen.

Die Angriffe werfen zudem ein Schlaglicht darauf, wie verhärtet die Fronten zwischen den einzelnen Parteien sind. Russland und die USA wären wegen ihrer weltpolitischen Stellung und ihrer militärischen Macht am ehesten dazu in der Lage, den Konflikt einzudämmen. Doch anstatt an einer Lösung zu arbeiten, machen sich die beiden Nationen gegenseitig Vorwürfe, wer denn für die ständige Eskalation der Gewalt verantwortlich sei. Auch die syrische Regierung und der IS zeigen sich nicht willens, dem massenhaften Sterben ein Ende zu setzen.

Wirklich daran geglaubt, dass die Waffenruhe halten könnte, haben wohl weder die in den Bürgerkrieg involvierten Parteien noch die Bevölkerung des Landes. Zu häufig ist die Hoffnung auf den Frieden bereits enttäuscht worden. Zu viele Menschen sind in dem Konflikt gestorben. Zu ratlos und zerstritten präsentieren sich die auswärtigen Mächte – und das schon seit fast sechs Jahren. Das Fatale an der verfahrenen Situation: Durch den Stopp der Hilfslieferungen wird sich die humanitäre Lage in Syrien noch weiter verschlimmern.