Folter und Hinrichtungen Warum das Morden in Syrien nicht endet

Meinung – Uwe Westdörp | 07.02.2017, 15:01 Uhr

Die Regierung des syrischen Machthabers Baschar al-Assad hat nach Informationen von Amnesty International in einem berüchtigten Militärgefängnis bis zu 13.000 Menschen hinrichten lassen. Auch die Zukunftsaussichten des Kriegslandes sind düster. Ein Kommentar.

Welcher Horror, welch politischer Abgrund. Amnesty International wirft dem Regime von Baschar al-Assad erneut Folter und Massenrichtungen vor . Ein internationaler Aufschrei des Entsetzens ist mit solchen Berichten aus Syrien aber schon lange nicht mehr verbunden. Konsequenzen muss Assad nicht fürchten. Die Mächtigen der Welt zeigen sich ungerührt.

Dass Assad im Kampf gegen seine Gegner über Leichen geht, belegt auch das brutale Vorgehen seiner Armee: Ohne Rücksicht auf Zivilisten werfen Assads Soldaten Fassbomben ab, mindestens zweimal haben sie Giftgas eingesetzt. Erbittert kämpfende Rebellen und skrupellos mordende islamistische Terroristen tun ein Übriges, um Syrien in Gewalt und Blut versinken zu lassen.

Wie die tief in den Konflikt verstrickten Russen, Iraner und Türken vor diesem Hintergrund eine Friedenslösung vermitteln wollen, ist völlig schleierhaft. Bislang ist es bei den von Moskau initiierten Beratungen denn auch nur gelungen, eine brüchige Waffenruhe zu vereinbaren. Über künftige politische Strukturen herrscht dagegen unheilvolle Ungewissheit.

Umso wichtiger ist es, dass die Genfer Syrien-Gespräche unter der Leitung der Vereinten Nationen bald wieder aufgenommen werden. Es braucht eine übergeordnete Instanz, es braucht die Weltbühne, damit sich alle Beteiligten annähern können.