Flüchtlingschaos in Berlin Rücktritt des Lageso-Chefs: Überfälliges Signal

Meinung – Manuel Glasfort | 10.12.2015, 20:02 Uhr

Seit Monaten schon kursieren die Bilder von Asylbewerbern, die vor dem Berliner Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lageso) stunden- und tagelang bei Wind und Wetter ausharren und auf ihre Registrierung warten. Angesichts solcher Zustände war der erzwungene Rücktritt des Lageso-Präsidenten Franz Allert ein überfälliges Signal.

Niemand sollte jedoch erwarten, dass sich die Situation nun rasch verbessern wird. Rund 15000 Altfälle sind in Berlin Schätzungen zufolge nicht voll erfasst. Reformen bei der Terminvergabe und Bearbeitung haben bisher nicht richtig gegriffen – schwer zu glauben, dass das allein am Behördenchef lag. Die Berliner Senatspläne für ein neues, eigenständiges Flüchtlingsamt gehen zwar in die richtige Richtung, versprechen aber keine schnelle Linderung der Probleme.

Insbesondere die Unterbringung der Asylbewerber dürfte vorerst schwierig bleiben. Denn das Chaos in Berlin ist ja nur teilweise dem Behördenschlendrian zuzuschreiben, der für die Hauptstadt als typisch gilt. Das Durcheinander hängt schlicht mit dem gewaltigen Zustrom zusammen, der auch anderswo die Behörden an ihre Grenzen treibt. Der Rücktritt des Lageso-Präsidenten ist daher ein weiterer Weckruf für die Große Koalition im Bund: Sie muss den Zuzug effektiv begrenzen.