Thomas Fischbach sieht Fehler der Politik Fiebersaftmangel: Kinderärztepräsident fordert Lauterbachs Eingreifen

Von Tobias Schmidt | 28.07.2022, 01:00 Uhr

In manchen Regionen gehen Fieber- und Schmerzsäfte für Kleinkinder aus, weil Lieferungen aus dem Ausland ausbleiben. Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) fordert die Politik zum Handeln auf.

„Es gibt noch keine bundesweiten Engpässe, aber regional, etwa in Bayern, gehen Fieber- und Schmerzsäfte für Kleinkinder aus“, sagte BVKJ-Präsident Thomas Fischbach im Gespräch mit unserer Redaktion. „Die Politik trägt eine gewisse Mitverantwortung. Wir sind abhängig von außereuropäischen Ländern wie Indien, China oder USA geworden, sodass uns der Zusammenbruch der Lieferketten jetzt trifft“, sagte der Pädiater. 

Der Berufsverband appellierte an Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD), das Thema auf die Agenda zu nehmen. Die hiesige Pharmaindustrie habe derzeit wenig Interesse, Fiebersäfte herzustellen, obwohl es ein Leichtes wäre. Aber damit sei kein Geld zu machen, sagte BVKJ-Präsident Fischbach. „Die Politik muss rasch die Rahmenbedingungen dafür schaffen, dass auch in Deutschland wieder Arzneimittel hergestellt werden, die für die Versorgung dringend benötigt werden.“

Kinder ab 12 können Tabletten nehmen

Für Kinder ab 12 Jahren könnten bei Fieber und Schmerzen auch Tabletten verabreicht werden, empfahl der Kinder- und Jugendarzt besorgten Eltern. „Bei Säuglingen und Kleinkindern sind Säfte aber definitiv nicht durch Tabletten zu ersetzen.“

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