Fall schlägt hohe Wellen Mord in Freiburg: Tagesschau-Chef verteidigt sich auf Facebook

Von Christian Lang, Christian Lang | 05.12.2016, 17:03 Uhr

Kai Gniffke, der Chefredakteur der Tagesschau, hat auf Facebook die Entscheidung der Tagesschau verteidigt, nicht über die Festnahme eines minderjährigen afghanischen Flüchtlings berichtet zu haben, der in Freiburg eine Studentin ermordet haben soll.

 Der Fall aus Freiburg hat in den vergangenen Tagen hohe Wellen geschlagen. Nicht nur wegen des Mordes an sich, sondern auch wegen der Entscheidung der Tagesschau, nicht über die Festnahme des vermeintlichen Mörders zu berichten. Chefredakteur Kai Gniffke hat am Montagnachmittag live auf Facebook verschiedene Fragen beantwortet, die in diesem Zuge aufgekommen waren. Erneut hat er dabei den Entschluss der Tagesschau verteidigt. Dabei verwahrte er sich auch gegen den Vorwurf, die öffentlich-rechtlichen Sender seien bloßes Propagandainstrument der Bundesregierung. „Wir bekommen nicht gesagt, was wir zu tun haben. Es gibt keine Zensur“, so Gniffke. Es sei wesentlicher Vorzug der öffentlich-rechtlichen Medien, unabhängig von wirtschaftlichen oder politischen Einflüssen zu berichten.

Wird das Opfer vergessen?

Es sei der Auftrag der Tagesschau, die Bevölkerung über gesellschaftlich relevante Vorgänge zu informieren. Die Redaktion müsse daher abwägen, welche Themen sie für berichtenswert erachtet. Ein Mord sei immer eine sehr traurige Angelegenheit. „Aber nicht jeder Fall ist ein Fall für die Tagesschau“, betonte Gniffke weiter. Er bemängelte zudem, dass in der ganzen Debatte um den angeblichen Mörder das Opfer zu sehr außer Acht gelassen werde. „Über das Opfer wird viel zu wenig gesprochen“, so der Chefredakteur.

Bericht in den Tagesthemen

Für eine Überraschung sorgte Gniffke am Ende des Live-Videos auf Facebook, als er ankündigte, dass über den Fall aus Freiburg in den Tagesthemen am Montagabend berichtet werden solle. Mittlerweile habe der Mord aus Freiburg eine derart große Aufmerksamkeit erhalten, dass dies legitim sei, so Gniffke.