Extremisten kamen aus Nigeria Boko Haram tötet 18 Dorfbewohner im Niger

29.11.2015, 19:03 Uhr

Mindestens 16 Menschen sind offenbar in der Nacht zum Sonntag im Niger getötet worden. Ersten Informationen der Nachrichtenseite „aNiamey.com“ zufolge sollen sie Opfer der Terrorgruppe Boko Haram geworden sein.

Die mutmaßlichen Terroristen griffen demnach das Dorf Alla an, das rund 30 Kilometer von der Provinzhauptstadt Diffa entfernt ist.

Die Region grenzt an Nigeria, der Heimat der Terrormiliz. Alle Opfer sollen Zivilisten gewesen sein. Anlass für den Anschlag könnte die Verlängerung des Ausnahmezustands für die Region gewesen sein, der noch bis März gelten soll. Die Entscheidung dafür war am Freitag getroffen worden.

Selbstmordattentäterinnen im Norden Kameruns

In den vergangenen Wochen hatte die Gruppe wieder verstärkt in den Nachbarländern zugeschlagen. So sprengten sich am Samstag zwei Selbstmordattentäterinnen im Norden Kameruns in die Luft; sie rissen fünf Menschen mit in den Tod.

Auch in Nigeria hatte es am Freitag einen schweren Anschlag mit mindestens 21 Toten gegeben. Südlich der nordnigerianischen Wirtschaftsmetropole Kano rennte während einer Prozession schiitischer Muslime ein Attentäter in die Menge und zündete einen Sprengsatz.

„Boko Haram“ entstand 2002

Die sunnitische islamistische Gruppierung Jama’atu Ahlis Sunna Lidda’awati wal-Jihad ist besser bekannt als „Boko Haram“. Sie entstand 2002 in Maiduguri, der Hauptstadt des Bundesstaates Borno im Norden Nigerias. Übersetzt bedeutet der volle Name etwa „Sunniten, die sich der Verbreitung der Worte des Propheten und dem Heiligen Krieg verpflichtet fühlen“. Ihr lokaler Name Boko Haram stammt aus der Sprache Haussa, der größten Verkehrssprache im Norden Nigerias, und heißt so viel wie: „Westliche Bildung ist Sünde“.

20.000 bis 30.000 Menschen bei Anschlägen gestorben

 2014 und 2015 waren die mit Abstand blutigsten Jahr der Terrorgruppe . Unbestätigten Schätzungen zufolge kamen 20.000 bis 30.000 Menschen bei Anschlägen ums Leben. Zudem wurden Hunderte Personen entführt, darunter viele Schülerinnen. Zuletzt scheint die Miliz militärisch auf dem Rückzug, ohne allerdings ihre terroristischen Aktivitäten einzustellen.Mehr Menschen als je zuvor sterben weltweit durch Terror