Entlastung bei Zusatzbeitrag Gute Nachricht für Krankenversicherte

Meinung – Uwe Westdörp | 06.06.2018, 20:19 Uhr

Milliarden-Entlastung für gesetzlich Krankenversicherte, Mehrkosten für die Arbeitgeber: Sie müssen sich künftig wieder stärker an der Finanzierung der Krankenversicherung beteiligen. Das ist zumutbar, aber nicht ohne Risiken. Ein Kommentar.

Großer Erfolg für die SPD: Auf ihren Druck hin hat die Bundesregierung beschlossen, die Zusatzbeiträge in der gesetzlichen Krankenversicherung künftig wieder hälftig von den Arbeitgebern zahlen zu lassen. Arbeitnehmer und Rentner werden um 6,9 Milliarden Euro im Jahr entlastet – wahrlich kein Pappenstiel.

Die Reform ist auch deswegen wichtig, weil große Kostensteigerungen absehbar sind, etwa durch den Fortschritt in der Medizin. Da erscheint es umso wichtiger, Lasten in der Krankenversicherung fair zu verteilen. Auch darf man davon ausgehen, dass die Unternehmen aktuell nicht überlastet werden. Denn die Wirtschaft brummt, und es werden ordentliche Gewinne erzielt.

Doch wo Licht ist, ist auch Schatten. Denn die nun steigenden Lohnzusatzkosten senken die Wettbewerbsfähigkeit. Flaut der aktuelle Boom ab, wird sich das als Problem erweisen.

Schwer zu sagen ist zudem, ob die Lasten im Gesundheitswesen nun wirklich paritätisch verteilt sind. Denn immerhin berappen die Unternehmen jährlich mehr als 40 Milliarden Euro für die Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall. Wollte man dies ändern, müssten die Beitragssätze deutlich angehoben werden. Im Großen und Ganzen können die Arbeitnehmer also zufrieden sein mit dem jetzt erreichten Stand.