Ein Verletzter pro Tag So verbreitet ist fremdenfeindliche Gewalt in Deutschland

Von dpa | 27.12.2015, 17:41 Uhr

Die Zahl der fremdenfeindlichen Gewalttaten in Deutschland steigt seit Jahren an. Im Jahr 2014 verzeichnete der Verfassungsschutz 512 Gewalttaten mit fremdenfeindlichem Hintergrund.

Es ist der höchste Stand seit der Neufassung der Definition im Jahr 2001. In mehr als der Hälfte aller Fälle handelte es sich um Körperverletzung.

In den vergangenen fünf Jahren hat sich die Zahl der Taten damit fast verdoppelt. Sie stieg 2014 allerdings auch deshalb an, weil die Übergriffe der Gruppe „Hooligans gegen Salafisten“ („Hogesa“) auf ihrer Demonstration im Oktober 2014 in Köln dazugezählt wurden.

Im Jahr 2015 wurden bis einschließlich September laut Angaben des Bundesinnenministeriums 389 Gewalttaten aus fremdenfeindlichen Motiven mit 300 Verletzten registriert. Statistisch gesehen wurde in diesem Jahr also jeden Tag mindestens ein Mensch Opfer von fremdenfeindlicher Gewalt.

Antisemitisch motivierte Gewalttaten entsprechen zwar auch der Definition von Fremdenfeindlichkeit, werden aber separat gezählt. Bis Ende September 2015 wurden demnach in diesem Jahr 13 antisemitische Gewaltdelikte verübt, 10 Menschen wurden dabei verletzt.