Deutsche Hotspots im Überblick Intensivstationen im Osten und Süden kommen weiterhin an Kapazitätsgrenzen

Von Redaktion, dpa, afp | 30.11.2021, 13:27 Uhr

Besonders im Osten und Süden Deutschlands bleibt die Corona-Lage in Deutschland extrem angespannt. Die Intensivstationen dort stehen immer noch vor einem Kollaps. Die Corona-Lage im Überblick.

Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz ist im Vergleich zum Vortag erstmals seit mehr als drei Wochen wieder leicht gesunken. Das Robert Koch-Institut (RKI) gab den Wert der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche am Dienstagmorgen mit 452,2 an. Am Montag war ein Höchstwert von 452,4 erreicht worden. Vor einer Woche hatte der Wert bei 399,8 gelegen (Vormonat: 153,7).

Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 45.753 Corona-Neuinfektionen. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 03.35 Uhr wiedergeben. Vor genau einer Woche waren es 45.326 Ansteckungen gewesen.

104 neue Todesfälle gemeldet

Deutschlandweit wurden nach den neuen Angaben binnen 24 Stunden 388 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 309 Todesfälle.

So hoch ist die Hospitalisierungsinzidenz

Als entscheidenden Maßstab für eine Verschärfung der Corona-Maßnahmen hatten Bund und Länder die sogenannte Hospitalisierungsinzidenz festgelegt. Dieser Wert gibt an, wie viele Menschen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen wegen einer Corona-Infektion im Krankenhaus liegen.

Ab einem Wert von drei gilt in einem Bundesland flächendeckend für Veranstaltungen die 2G-Regel – das heißt, nur gegen das Coronavirus Geimpfte und von Covid-19 Genesene sind zugelassen. Ab einem Wert von sechs gilt die 2Gplus-Regel, bei der die zugelassenen Geimpften und Genesenen zusätzlich einen negativen Corona-Test vorweisen müssen.

Die Zahl der in Kliniken aufgenommenen Corona-Patienten je 100 000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen gab das RKI am Montag mit 5,52 an (Freitag: 5,97). Am Wochenende wird der Wert nicht gemeldet. Der bisherige Höchstwert lag um die Weihnachtszeit des Vorjahres bei rund 15,5.

Intensivbetten werden knapp

Aus den aktuellen Zahlen der Intensivmedizinervereinigung Divi geht hervor, dass Krankenhäuser an die Belastungsgrenze stoßen.

Allerdings können sich die Landkreise in gewissem Rahmen untereinander aushelfen, wenn Betten fehlen. Laut Divi sind 15 Prozent freie Betten "regional in einzelnen Intensivbereichen zu bestimmten Zeitpunkten nichts Ungewöhnliches". Problematisch werde jedoch ein freier Bettenanteil von unter 15 Prozent oder sogar unter 10 Prozent. "Insbesondere wenn dies in mehreren Regionen und Häusern gehäuft und über längere Zeiträume auftritt. Standardmäßige Verlegungsmöglichkeiten, die manchmal als Puffer dienen können, sind dann in aller Regel aufgrund vieler schwerer Fälle oft nur noch sehr eingeschränkt möglich."Steigender Trend seit Ende September

Insgesamt zeichne sich laut RKI seit Ende September ein steigender Trend bei der Sieben-Tage-Inzidenz ab. Die Fallzahlen seien deutlich höher als im gleichen Zeitraum des Vorjahres, wie aus dem aktuellen Wochenbericht hervorgeht. Der hohe Infektionsdruck ziehe in der Bevölkerung auch ein deutliches Ansteigen der schweren Krankheitsverläufe und der Todesfälle nach sich und mache das Auftreten von Impfdurchbrüchen wahrscheinlicher, heißt es im aktuellen Wochenbericht des RKI.

Video: Corona-Zahlen Ungeimpfter höher als von Geimpften

Die Entwicklungen in den einzelnen Bundesländern unterscheiden sich. Deutliche Anstiege verzeichneten im Vergleich der beiden vergangenen Wochen weiterhin Thüringen, Sachsen und Bayern.Wo ist die Inzidenz derzeit am höchsten?

Am heftigsten tobt die Pandemie im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge in Sachsen, wo die Sieben-Tage-Inzidenz die 2000 überschritten hat. Auch in den sächsischen Landkreisen Erzgebirgskreis und Bautzen liegt die Sieben-Tage-Inzidenz knapp unter der 2000er-Marke.

Gesamtzahl von Corona-Infektionen in Deutschland

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 5.836.813 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden. Die Zahl der Genesenen gab das RKI am Dienstag mit 4.893.300 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 101.344.