„Weil es anders nicht geht!“ Karl Lauterbach „überzeugt“ von Mehrheit für Impfpflicht

Von Tobias Schmidt | 24.03.2022, 12:00 Uhr

Laut Gesundheitsminister Karl Lauterbach müsste im Sommer mit der Impfpflicht begonnen werden. Die Verträge mit Biontech für deutlich effektivere Impfstoffe seien bereits geschlossen.

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach rechnet fest mit der Impfpflicht: „Ich bin überzeugt, dass wir im Bundestag eine breite Mehrheit für eine Impfpflicht für alle Erwachsenen zustande bekommen. Weil es anders nicht geht. Wir werden sonst im Herbst eine traurige Situation vorfinden“, sagte Lauterbach. „Es war und ist noch ein Kampf, hohe Todeszahlen zu vermeiden. Ich bin nicht sicher, ob wir das im Herbst noch einmal schaffen würden“, sagte der Minister und bezeichnete die Einführung der Impfpflicht als „innenpolitisch eine der wichtigsten Entscheidungen der kommenden Monate überhaupt.“ Sie entscheide, wie Lage und Stimmung im Herbst sind. „Auch für unsere Wirtschaft hängt viel davon an. Kommt eine Herbstwelle war es das mit dem Aufschwung.“

Lauterbach rechnet mit Mutante zur kalten Jahreszeit

Die Gefahr sei groß, so der Gesundheitsminister: „Wir müssen befürchten, dass bis zur kalten Jahreszeit eine Mutante aufkommt, die so ansteckend ist wie Omikron und so gefährlich wie Delta.“ Er sei sich aber „sehr sicher, dass bis dahin zusätzliche Impfstoffe verfügbar sind, die gegen so eine Omikron-Mutation deutlich effektiver schützen.“ Die Verträge mit Biontech dafür seien bereits geschlossen, mit Moderna liefen die Verhandlungen. „Die neuen Impfstoffe kommen für die Omikron-Welle zu spät, aber im Herbst sind sie längst da!“

Im Sommer müsste mit dem Impfen begonnen werden

Um vollständigen Impfschutz zu erreichen, brauche es mindestens vier Monate. „Ab Mitte Juni müsste mit dem Impfen für den Herbst begonnen werden. Dann können wir es schaffen, ohne drastische Einschränkungen bis ins nächste Frühjahr zu kommen“, erklärte Lauterbach. Der Vorschlag der Union, erst bei einer neuen Bedrohungslage zu starten, „käme dafür mehrere Monate zu spät“. Das würden die jüngsten Modellierungen der Wissenschaft belegen. „Ohne Impfpflicht ab Sommer reden wir ab Oktober wieder über Masken, Homeoffice-Pflicht, 2G, 3G…“, betonte der Minister. „Deswegen bin ich davon überzeugt, dass wir eine Mehrheit für die Impfpflicht bekommen werden. Ich setze auf die Kraft des Arguments. Die ganze Bundesregierung ist sich der Bedeutung dieser Weichenstellung bewusst.“

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