Lingen und Gronau häufig Start- und Zielpunkt Bundesregierung: 338 Nukleartransporte im vergangenen Jahr

Von Dirk Fisser | 17.10.2018, 07:15 Uhr

Fast täglich ist im vergangenen Jahr ein Nukleartransport durch Deutschland gerollt. Das geht aus der Antwort des Bundesumweltministeriums auf Anfrage der Grünen hervor.

Laut Antwort verzeichneten die Aufsichtsbehörden 2017 insgesamt 338 Kernbrennstofftransporte auf Straße, Schiene oder Wasser. 2016 waren es noch 308. Im laufenden Jahr registrierten die Behörden bereits 226 Transporte. Hauptstart und –zielpunkt waren mit etwa 60 Prozent die Nuklearfabriken im nordrheinisch-westfälischen Gronau und im niedersächsischen Lingen.

Grüne und Linke fordern Schließung

Beide Fabriken dürfen trotz des beschlossenen Atomausstiegs weiterhin Uran anreichern beziehungsweise Brennelemente für den Betrieb in Kernkraftwerken fertigen. Sylvia Kotting-Uhl, atompolitische Sprecherin der Grünen forderte: „Damit muss endlich Schluss sein. Die Fabriken in Gronau und Lingen müssen endlich stillgelegt werden.“

Die Grünen im Bundestag hatten dazu einen entsprechenden Gesetzesantrag eingebracht. Brennelemente waren aus Lingen auch an umstrittene Kernkraftwerke in Belgien und Frankreich in der Nähe zur deutschen Grenze geliefert worden. (Weiterlesen: Auch dieses Jahr Brennelemente aus Lingen nach Belgien)

Grüne und Linke fordern die rechtssichere Schließung der beiden Fabriken bis spätestens 2022. Dazu müsste das Atomgesetz reformiert werden. Am Mittwoch findet dazu eine öffentliche Anhörung im Umweltausschuss des Bundestages statt.