Berichte unterscheiden sich Unterschiedliche Zahlen zu Angriffen auf Asylbewerberheime

29.06.2016, 07:46 Uhr

Wie viele Angriffe auf Asylbewerberheime in Deutschland hat es in der Vergangenheit gegeben? Medien, Menschenrechtsinitiativen und der Verfassungsschutz berichten unterschiedlich über neue Zahlen.

Laut einem Bericht des RedaktionsNetzwerks Deutschland (RND) vom Mittwoch ist die Zahl der Angriffe auf Asylbewerberheime zu Beginn des Jahres 2016 im Vergleich zum Jahresende 2015 zurückgegangen. Im Vergleich zum Jahresbeginn 2015 dagegen sei die Zahl der Angriffe deutlich gestiegen.

Die Amadeu Antonio Stiftung und Pro Asyl hatten am Dienstag von einer deutlichen Zunahme der Angriffe auf Asylsuchende und deren Unterkünfte im ersten Halbjahr 2016 berichtet und sich dabei auf den Vergleich zum selben Zeitraum des Vorjahres bezogen.

Im ebenfalls am Dienstag vorgelegten Verfassungsschutzbericht für das komplette Jahr 2015 ist von einem deutlichen Anstieg bei Straf- und Gewalttaten gegen Asylbewerberunterkünfte die Rede: Von insgesamt 170 Straftaten 2014 sie die Zahl auf das mehr als Fünffache gestiegen, nämlich auf 894.

Das RND beruft sich auf einen vertraulichen Bericht des Bundeskriminalamts (BKA) mit dem Titel „Kriminalität im Kontext von Zuwanderung“. Dieser verzeichne im ersten Quartal 2016 bundesweit insgesamt 345 Straftaten gegen Flüchtlingsheime. Im vierten Quartal 2015 seien es noch 472 gewesen. Trotz des Rückgangs lägen die jüngsten Zahlen aber immer noch deutlich über denen des Vergleichszeitraums vom Vorjahr: Im ersten Quartal 2015 hätten die Behörden insgesamt 95 Übergriffe auf Flüchtlingsheime gezählt.

Unter Berufung auf die BKA-Zahlen berichtet das RND weiter, es habe auch weniger Gewalttaten gegen Flüchtlinge gegeben – nämlich 65 im ersten Quartal 2016 gegenüber 90 im vierten Quartal 2015.

Die Amadeu Antonio Stiftung und Pro Asyl berichten in ihrer eigenen Chronik von 709 Übergriffen im ersten Halbjahr 2016 gegenüber 287 im selben Zeitraum des Vorjahres. Das BKA gebe insgesamt 589 Vorfälle für das erste Halbjahr 2016 an, so die Initiativen.