Beerdigung so schnell wie möglich Muslime und der Tod

11.06.2016, 08:30 Uhr

So ist es bei Muslimen üblich: Wenn ein Mensch gestorben ist, dann sollte er binnen weniger Stunden und nur in ein Leichentuch eingewickelt beerdigt werden. Während im zweiten Punkt immer mehr Städte und Gemeinden Entgegenkommen zeigen, gibt es im zeitlichen Ablauf Konfliktfelder mit der deutschen Bürokratie. Denn frühestens nach 48 Stunden ist laut Bestattungsgesetz eine Beerdigung möglich.

Auf der Messe „ Leben und Tod 2016 “ in Bremen war es der Mediziner Dr. Muhammad Safar Al-Halabi, der als Mitglied des Zentralrats der Muslime über die Traditionen rund umd Tod und Sterben sprach. So ist es ihm zufolge üblich, Metallgegenstände oder Steine auf den frischen Leichnam zu legen – allerdings sei diese Tradition nicht religiös motiviert. Nach den Erfahrungen der Berlinerin Nare Yesilyurt, die einen kulturspezifischen Pflegedienst gegründet hat und Palliativpflege für Muslime anbietet, liegt dem oft ein Aberglaube zugrunde: Die Gegenstände sollen helfen, damit der Leichnam nicht dick werde und keine Geister eindringen können.

Der Prozess des Sterbens hingegen ist in der muslimischen Welt von religiösen Pflichten und Traditionen durchzogen. „Sterbende sollten nach Möglichkeit auf die rechte Körperseite gelegt werde, der Kopf in Richtung Mekka ausgerichtet“, schilderte Al-Halabi. Vor allem der Durst sollte gelindert werden. Es ist üblich, dass leise Koranzitate gesprochen werden – und später das Glaubensbekenntnis. Und auch das gehört dazu: „Drei Tage gemeinsame Trauerarbeit mit der Familie ist eine religiöse Pflicht“, schilderte der Mediziner.