Ausschreitungen von BVB-Anhängern De Maizière: Szenen in Dortmund „lassen einem den Atem stocken“

Von dpa | 06.02.2017, 10:39 Uhr

Nach den Ausschreitungen von BVB-Anhängern ohne Rücksicht auf Frauen und Kinder laufen bei der Dortmunder Polizei umfangreichen Ermittlungen.

„Wir ermitteln jetzt“, sagte eine Sprecherin am Montagmorgen. Details wollte sie nicht nennen. Im Umfeld des Bundesliga-Spiels gegen RB Leipzig war es am Samstag vor allem auf dem Weg ins Stadion zu Ausschreitungen gekommen. Leipziger Fußballfans, Unbeteiligte und Polizisten wurden unter anderem mit Steinen beworfen. Die Polizei berichtete von einem „völlig enthemmten Mob“.

Schockierte Polizei

„Mit einem massiven Polizeieinsatz, auch unter Einsatz von Pfefferspray und Einsatzmehrzweckstöcken, haben wir noch Schlimmeres verhindert! Solche Bilder, in solche hasserfüllten Fratzen habe ich noch in keinem meiner Polizeieinsätze gesehen - ich bin schockiert!“, berichtete der Polizeieinsatzleiter in einer Mitteilung am Sonntag.

Die Polizei hatte bis Sonntag Kenntnis von zehn Verletzten, darunter sechs Gästefans und vier Polizisten. Außerdem ist ein Diensthund der Polizei verletzt worden, wie aus einer Mitteilung hervorging.

Leipziger Fans kritisieren BVB-Sicherheitskonzept

Fanclubs von RB Leipzig haben nach den Ausschreitungen am Rande des Spiels in Dortmund harte Kritik auch an den Sicherheitsvorkehrungen geübt.

In einer Stellungnahme an den Deutschen Fußball-Bund, die Deutsche Fußball Liga und Borussia Dortmund schrieb der Fanverband des Bundesliga-Aufsteigers und Tabellenzweiten: „Wir Fans von RB Leipzig sind seit Jahren Einiges gewohnt, aber was in Dortmund los war, war bisher unerreicht!“

De Maizière: Szenen „lassen einem den Atem stocken“

Auch Bundesinnenminister Thomas de Maizière hat nach den gewalttätigen Attacken Dortmunder Randalierer gegen Fußballfans von RB Leipzig harte Konsequenzen gefordert. „Ich hoffe auf eine schnelle und harte Reaktion der Justiz, damit alle wissen, was ihnen droht, wenn man sich so verhält“, sagte der CDU-Politiker der „Bild“-Zeitung (Montag).

De Maizière sagte, die gewalttätigen Szenen „lassen einem den Atem stocken“. Nach Ansicht des Innenministers gehören die Krawallmacher „nicht ins Stadion, sondern hinter Schloss und Riegel“.

Festnahmen der Polizei

Die Polizei nahm am Samstagabend elf mutmaßliche Straftäter aus der Ultraszene des BVB und einen Leipziger vorläufig fest. Ob die Festgenommenen inzwischen wieder auf freiem Fuß sind, war am Montagmorgen zunächst nicht bei der Dortmunder Polizei zu erfahren.